Maschsee in Hannover

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Hannover
Kreis(e): Hannover, Region Hannover
Bundesland: Niedersachsen
Koordinate WGS84 52° 21′ 16,02″ N: 9° 44′ 44,23″ O 52,35445°N: 9,74562°O
Koordinate UTM 32.550.781,54 m: 5.800.724,05 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.550.874,19 m: 5.802.605,69 m
  • Maschsee in Hannover (2025)

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Der Maschsee in Hannover ist ein künstlich angelegter See, der zwischen 1934 und 1936 im Zuge nationalsozialistischer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen entstanden ist. Ziel war es damals, das regelmäßige Hochwasser der Flüsse Leine und Ihme zu kontrollieren. Der erste Spatenstich erfolgte am 21. März 1934, und durch den Aushub von fast 1,5 Millionen Kubikmetern Erdreich bildete sich ein rund 78 Hektar großes Becken mit einer Länge von ca. 2,4 Kilometern und einer Breite zwischen 180 und 565 Metern. Die offizielle Eröffnung fand am 21. Mai 1936 statt und zog damals schätzungsweise 200.000 Besucher an.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der See getarnt, mit Weidenflößen überzogen, um ihn für alliierte Bomber schwer lokalisierbar zu machen; trotzdem wurde die Ausflugsflotte zerstört, der Fahrbetrieb begann erst 1949 wieder. 1962 wurde zur besseren Wasserqualität die Versorgung von Leine- auf Kiesteichwasser umgestellt, und seitdem dient der Maschsee zuverlässig dem Hochwasserschutz und Erholungszwecken.

Heute zählt der Maschsee zu den wichtigsten Naherholungsgebieten Hannovers. Seine sechs Kilometer lange Uferpromenade ist ein beliebter Lauf-, Rad- und Inline-Skating-Weg. Wassersport wird großgeschrieben: Segeln, Rudern, Kanufahren, Tret- und Ruderboote, Stand-up-Paddling sowie eine regelmäßig stattfindende Drachenboot-Regatta. Der Rundkurs ist auch Austragungsort für den Maschseelauf und weitere Sportveranstaltungen.

Der Maschsee ist heute ein multifunktionales Naherholungsgebiet mitten in Hannover: Er erfüllt nach wie vor Hochwasserschutz-Aufgaben, bietet umfassende Möglichkeiten für Sport und Freizeit und ist Veranstaltungsort für viele Events. Seine zentrale Lage sowie die Kombination aus Natur, Kunst und Freizeit machen ihn zu einem pulsierenden urbanen Lebensraum.

Am Nordufer des Sees, auf dem Kurt Schwitter Platz, erhebt sich auf einem hohen Marmorsockel die Figur eines Fackelträgers. Diese Skulptur stammt von dem hannoverschen Bildhauer Hermann Scheuernstuhl (1894 bis1982). Im Rahmen der Maschsee-Eröffnung rief der hannoversche Senator Fritz Beindorff 1935 einen Wettbewerb aus, in dem Scheuernstuhl mit seinem Entwurf eines Fackelträger-Reliefs siegte - Teil des Programms zur künstlerischen Aufwertung des neuen Gewässers. Die Skulptur zeigt einen nackten männlichen Akteur, möglicherweise ein Sportler, der vermeintlich mit dem erhobenen rechten Arm an den Hitlergruß erinnert und in der anderen Hand eine Fackel trägt - als Verknüpfung von olympischem Feuer (Olympiade 1936) und nationalsozialistischem Kraftkult. Platziert auf einer 18 Meter hohen Kehlheimer Marmorsäule, versinnbildlicht die Figur zentrale NS-Ideale wie „Gesundheit“, „Kraft“ und „Arbeitsethos“. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: „Wille zum Aufbau gab werkfrohen Händen den Segen der Arbeit - Freude, Gesundheit und Kraft spende fortan euch der See. 1934-1936“.

Ursprünglich war über dem Schriftblock ein Hakenkreuz vorhanden, das nach Kriegsende entfernt wurde. Doch die Skulptur blieb weithin sichtbar stehen und markierte eine symbolisch aufgeladene Stelle am Maschsee. Seit den 1990er Jahren und verstärkt seit den 2010er Jahren wird ihre NS-Vergangenheit kritisch bewertet. Am Nordufer wurden Informationstafeln installiert, die den historischen Zusammenhang, die ideologische Vereinnahmung und die künstlerische Bedeutung erläutern.

Die Fackelträger-Säule am Maschsee ist ein Relikt der NS-Zeit. Die kolossale, ideologisch markierte Figur verkörpert Elemente nationalsozialistischer Ästhetik und propagandistischer Symbolik. Heute ist sie Teil eines reflektierten kulturhistorischen Ensembles am Maschsee, das - unterstützt durch aufklärende Hinweistafeln - dazu dient, Reflektion und Erinnerung im urbanen Raum Hannovers wachzuhalten.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2025)

Internet
www.hannover.de: Broschüre Audiospaziergang „Maschsee Geschichte weiterdenken“, PDF-Dokument, 3 MB (abgerufen 31.07.2025)
www.hannover.de: Infotafel „Der Maschsee - Bauplanung und Skulpturen aus der Zeit des Nationalsozialismus“, PDF-Dokument, 7 MB (abgerufen 31.07.2025)
www.ndr.de: Maschsee in Hannover: NS-Projekt ist längst eine Freizeit-Oase (abgerufen 31.07.2025)
www.ndr.de: Wie aus einer grünen Wiese ein See wurde (abgerufen 31.07.2025)

Literatur

Manz, Hermann Heinrich (1995)
Der Wiederaufbau der Zentren der beiden Städte Magdeburg und Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Vergleich der politischen Hintergründe, der Aufbauziele, der Planungen und deren Realisation. (Kölner Geographische Arbeiten, Heft 67.) Köln.
Zimmermann, Helmut (1988)
Hannover in der Tasche. Bauten und Denkmäler von A bis Z. Hannover.

Maschsee in Hannover

Schlagwörter
Ort
30159 Hannover
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1934 bis 1936

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Karl Peter Wiemer: „Maschsee in Hannover”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356510 (Abgerufen: 11. Januar 2026)
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