Geschichte
Um das Jahr 1880/81 wurde Theodor Schaaf (Steingutfabrikant) Eigentümer der Flurstücke Y 792/83 und 797/84. Er erwarb sie von Heinrich Reinartz (LA NRW R 7215 / 1880/81 / 9), der in der Hauptstraße 165 eine Irdenwaretöpferei/Blumentopffabrik betrieb. Ob und seit wann hier eine Keramikproduktion betrieben wurde, ist unklar.
In der Göbels-Liste (1971, S. 412) ist ein Theodor Schaaf mit folgenden Lebensdaten vermerkt:
SCHAAF, THEODOR „Töpfer, Steingutfabrikant, Tonwarenfabrikant - 1834 Juli 20 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Peter Sch. und der Agnes Statz, Geburtsreg. 101/1834 - 1873 0kt. 29 heir. Anna Katharina Schaaf, 31 Jahre alt, aus Frechen, Traures. 56/1873 - 1876 Mai 4 zeigt den Tod des Sohnes Johann an, Sterbereg. 49/1876 - 1885 März 26 zeigt den Tod der Tochter Anna an, ebd. 49/1885“.
Sein Bruder Johann Schaaf (geb. 1830) war Gründer des Steinzeugwerkes Johann Schaaf in der Alte Straße (Vorgänger der Steinzeugfabrik Kleinsorg & Lövenich).
Sein Vater Peter Schaaf war Kannenbäcker (Göbels 1971, S. 410) und betrieb bis 1860 eine Töpferei ganz in der Nähe an der Hauptstraße auf dem ehemaligen Gelände des Klarenhofes.
SCHAAF, PETER „Kannenbäcker, Töpfer - 1806 Apr. 28 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Peter Sch. und Magdalena Stock, Geburtsreg. 63/1806 - 1828 Nov. 26 heir. Agnes Statz, Tochter des Töpfers Peter St., 21 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 21/1828 - 1834 Juli 20 zeigt die Geburt des Sohnes Theodor an, Geburtsreg. 101/1834 - 1835 beschäftigt die Dienstmagd Christine Odendahl aus Grefrath, StaF Akt. 246 fol. 96 - 1840 Sept. 27 zeigt den Tod des Sohnes Heinrich an, Sterbereg. 113/1840 - 1845 Juni 30 zeigt den Tod der Tochter Johanna an, ebd. 98/1845 - 1849 Apr. 15 zeigt den Tod des Sohnes Heinrich an, ebd. 42/1849 - 1856 Mai 10 zeigt den Tod seines Sohnes, des Töpfergesellen Peter Joseph, an, ebd. 52/1856 - 1856 unterzeichnet die Statuten der Töpferinnung, StaF Akt. 186 - 1857 unterschreibt eine Beschwerde an den Bürgermeister, weil Berufsgenossen ihre Meisterprüfung außerhalb des Landkreises Köln ablegen, StaF Akt. 187 fol. 37 1860 hat sein Geschäft eingestellt und ist nach Euskirchen verzogen, StaF Akt. 182 fol. 110“ (Göbels 1971).
Grabungen oder Ofenfunde sind für diesen Bereich keine dokumentiert. Auch in der Ortsliteratur gab es bisher keinen Hinweis auf einen Töpfereibetrieb an dieser Stelle.
Während einer Grabung an der Alte Straße wurde ein Keramikrohr mit dem Stempel „Maschinentöpferei zu Frechen von Th. Schaaf und Co. in Cölln“ gefunden (LVR-ABR-OA 1124030 ZÜ1989/001), das hier produziert worden sein könnte.
Beschreibung
Das erhaltene Wohngebäude zeigt sich heute als zweigeschossiges, sechsachsiges Gebäude mit Satteldach. Im Obergeschoss sind die Fenster mit Stuck verziert, wobei die Verzierungen über den beiden mittleren Fenstern Blumentöpfe zeigen und damit auf die Profession ihres Bewohners verweisen. Es ist vergleichbar mit dem in der Nachbarschaft stehenden Haus Nr. 165 der ehemaligen Blumentopffabrik und Töpferei Reinartz.
Das Erdgeschoss wurde nachträglich verändert, heute sind hier Praxisräume untergebracht. Das Grundstück war umgeben von einer Mauer, zog sich durch bis zur Alte Straße und war bis in die 1960er Jahre unbebaut.
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2025)
Quellen
- Ortsarchiv LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR-OA 1124030 ZÜ1989/001)
- LA NRW R: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Akte 7215 / 1880/81 / 9