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Nahaufnahme eines traditionellen Jaquardwebstuhls in einer Bandweberei in Wuppertal (2024).
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Holger Klaes
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Bandstühle oder auch „Bandmühlen“ standen früher in vielen bergischen Haushalten. Im Neben- und Haupterwerb belieferten die bergischen Bandwirker mit ihren Bändern und Borten Fabriken und Endabnehmer. Die Bandwebstühle waren meist ihr Eigentum, manchmal aber auch gemietet. Mit der Erfindung der Jacquard-Weberei zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich wurde das mühselige Verfahren der Handweberei durch mechanisch betriebene, mit Lochkarten gesteuerte Bandstühle ersetzt. Diese Technik machte das Weben auch von komplizierten Mustern möglich. Die sogenannten „Barmer Artikel“ waren im 19. Jahrhundert in der ganzen Welt bekannt.
An der Bandweberei beteiligten sich alle Familienmitglieder. Alte Bandwirker erinnerten sich noch in den 1990er Jahren, dass der Rhythmus des „Fitsch-getau-fitsch-getau“ der hin und her schießenden Fadenspulen und die Hebe- und Senkgeräusche der Kettenrahmen mit dem Anschlagen der Kämme schon die Säuglinge begleiteten. Denn ihre Wiegen standen meist in der Werkstatt, wo die Eltern an den Bandwebstühlen arbeiten mussten.
Heute finden sich die kostbaren alten Bandstühle nur noch in Museen; aber in der Bandweberei Kafka in Wuppertal-Langerfeld ist die Herstellung der wundervollen Bänder nach alten und neuen Mustern noch zu erleben. Dicht gestreute Vergissmeinnicht-Blüten auf breiten Hosenträgern, ein Rhombenmuster auf einer Herrenfliege - hier trifft Bandwirkertradition auf neues Design. Nicht mehr nur als schüchternes Wäsche- oder Namensband im Innern der Kleidung versteckt, sondern als farbenfroher modischer Akzent auf Blusen und Hemden, als Gestaltungsmittel auf Tischwäsche, Kissen und Taschen. 1991 übernahm die Textildesignerin Frauke Kafka die alte, 1887 gegründete Bandfabrik von Friedel Mardey im alten Bandwirkerviertel Langerfeld. 2010 zog sie in ein altes, denkmalgeschütztes Gebäude der früheren Bandfabrik Kikuth in der Öhder Straße. Hier produzieren nun die 25 über 100-jährigen hölzernen Jacquard-Webstühle. Seit 2018 führt C. Pauli die Bänderei weiter. Mehr als 450 Muster umfasst das Sortiment - die Bandweberei Kafka ist ein produzierendes Industriedenkmal und vertreibt ihre Produkte selbst. Im Rahmen von Besichtigungen informiert das Bandwebereimuseum über diese schöne alte Barmer Textiltradition und die Technik ihrer Herstellung (www.baenderei-kafka.de). Zu dem Ensemble gehört auch ein typisch bergisches Haus von 1887.
Baudenkmal Das Objekt „Bandweberei und Museum Kafka“ in Wuppertal-Langerfeld ist ein eingetragenes Baudenkmal der Stadt Wuppertal (Denkmalnummer 2847).
(Gisela Schmoeckel, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2024)
Internet wuppertal.de: Eintrag der Bandweberei Kafka in der Denkmalliste der Stadt Wuppertal (abgerufen 20.05.2026)
42289 Wuppertal - Langerfeld-Beyenburg / Deutschland
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Historischer Zeitraum
Beginn 1882 bis 1960
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