Burg Frankenberg im Aachener Stadtviertel Frankenberg (2025)
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Burganlage aus Stein mit hervorstechendem Turm aus dem 13. Jahrhundert (2024).
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Die auf einem Felskegel auf nahezu dreieckigem Grundriss errichtete Burg Frankenberg (Goffartstr. 45) soll der Legende nach von Karl dem Großen erbaut worden sein. Die in einem Park mit prächtigem altem Baumbestand gelegene Anlage stammt aber vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Historisch gesichert ist, dass die 1352 erstmals urkundlich belegte Wasserburg - damals noch weit vor den Mauern Aachens - der Sitz der Vögte der benachbarten, reichsunmittelbaren Abtei Burtscheid war, die dem Hause Merode entstammten. Sie war ein Lehen der Herzöge von Jülich. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gehörten auch eine Vorburg und ein Wirtschaftshof dazu. Die Hauptburg war an allen Seiten von Wasser umgeben.
Im 17. Jahrhundert musste die Burg grundlegend instandgesetzt werden, wobei das Herrenhaus ein repräsentativeres, schlossartiges Aussehen erhielt. Auch zwischen 1834 und 1838 erfolgten Umbaumaßnahmen und Ergänzungen - entsprechend dem romantischen Geschmack der Zeit im gotisierenden Stil. Nun erhielten die Türme neue Obergeschosse und einen Zinnenkranz. Der bis dahin teilweise offene Burghof wurde durch eine mächtige Mauer mit Wehrgang eingefasst. An der Ostseite der Anlage steht das dreigeschossige Wohnhaus mit seinen neun Fensterachsen an der Schaufassade. Der Keller und das Erdgeschoss sind aus groben Steinquadern errichtet, während die oberen Stockwerke aus Backstein gemauert sind. Die Ecken des Gebäudes ebenso wie Fenster- und Türgewände bestehen aus hellem Haustein. Eine Treppe führt zum Eingang im erhöhten Erdgeschoss, in dem noch vier Schießscharten erhalten sind. Unter der Traufkante des von geschwungenen Konsolsteinen getragenen Walmdachs sind an der Ostfassade kleine ovale Fenster sichtbar. Nur über der Eingangstür in der Fassadenmitte ist stattdessen ein kleiner Wurferker angebracht. Dem Wohnhaus ist ein kurzer, ebenfalls dreigeschossiger Seitentrakt angefügt. An der Nordwestecke des Hauptgebäudes erhebt sich ein achteckiger Turm mit Zinnenkranz (in unserem Bild zu sehen) und einem Balkon an seiner Südseite. An der Südwest-Ecke des Burgareals ragt ein mit Schießscharten versehener Turm mit hufeisenförmigem Grundriss auf, dessen Mauerwerk aus Naturstein besteht. Alle Geschosse sind mit Schießscharten versehen.
Um Platz für ein neues Wohnviertel zu gewinnen, wurde ab 1872 der Frankenberger Park verkleinert. Aus dem die Burg umgebenden Schwanenweiher wurde ein kleiner Teich; Vorburg und Wirtschaftshof trug man ab. Während der 1971 durchgeführten Instandsetzungsarbeiten ließen sich einige der baulichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts wieder beseitigen. Nach der Behebung von Kriegsschäden war 1961 in der Burg ein Museum eingerichtet worden, das sich bis 2010 der Stadtgeschichte Aachens widmete. Heute dient sie als Bürger- und Kulturzentrum und ist in den Sommermonaten eine beliebte Spielstätte des Aachener DAS DA THEATERS. Mit der Burg Frankenberg ist eine in Aachen gern erzählte Version der Fastradasage verbunden. Nach dieser Sage konnte Karl sich nach dem Tod seiner dritten Gemahlin Fastrada nicht von ihrem Leichnam trennen, bis Erzbischof Turpin von Reims, nachdem ihm ein Traumgesicht zuteilgeworden war, in den Haarflechten der Verstorbenen einen Zauberring fand und an sich nahm. Turpin warf den Ring in einen See bei Karls Jagdschloss in der Nähe Aachens, der späteren Burg Frankenberg. Von diesem Tag an, so will es die Sage, wurde Aachen zum Lieblingssitz des Frankenherrschers. „Mit besonderer Lust und Wonne verweilte er aber auf dem Jagdschlosse, dessen glatter See das geheimnisvolle Kleinod barg“ (Joseph Müller: Aachens Sagen und Legenden, Aachen 1858, S. 50).
Baudenkmal Das Objekt „Burg Frankenberg im Aachener Stadtviertel Frankenberg“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (org.wikipedia.de).
Hinweis Das Objekt „Burg Frankenberg im Aachener Stadtviertel Frankenberg“ ist assoziiert mit dem historischen Kulturlandschaftsbereich Bahnhofsviertel, Frankenberger Viertel, Ostviertel (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 098).
(Dr. Joseph Els, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2024)
Burg Frankenberg im Aachener Stadtviertel Frankenberg
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Empfohlene Zitierweise
Dr. Joseph Els: „Burg Frankenberg im Aachener Stadtviertel Frankenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-355946 (Abgerufen: 20. Mai 2026)
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