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Traditionelle Wässerwiese im Strombachtal (2023)
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Historische Wiesenbewässerung im Strombachtal
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Hauptbewässerungsgraben (2023)
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Bewässerungsgräben (2023)
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Funktionsweise der Wiesenbewässerung im Strombachtal: An einem Hauptwehr zweigt man aus dem Strombach im zeitigen Frühjahr und im Herbst Wasser in einen oberhalb der Wiesen gelegenen Graben ab. Durch Anstau dieses Obergrabens an den Wehren 1 und 2 wird das Wasser in die Seitengräben (Bewässerungsgräben) B1 bis B6 gelenkt. Von dort rieselt es in die Wiese und durchfeuchtet den Wurzelraum der Pflanzen. Überschüssiges Wasser sammelt sich dem natürlichen Gefälle folgend in den etwas tiefer gelegenen Drainagegräben Entwässerungsgräben) E1 bis E6. Von dort läuft es in den Strombach zurück. (BSO, 2010)
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Biologische Station Oberberg
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Blick auf die Fläche in Richtung Nordwest / bachaufwärts, rechts der Obergrabenverlauf entlang der Hangkante (2023)
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Offenes Stauwehr im Strombach; rechts Abzweig in den Obergraben der Wässerwiese (2023)
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Lagerplatz für die Holzplanken, mit denen das Wehr geschlossen werden kann. (2023)
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Zulauf vom Strombach in den Obergraben (links) und über ein Rohr zum Bewässerungsgraben (Mitte), Blick nach Südost (2023)
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Trockener Obergraben (2023)
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Bewässerungsgraben, rechts Wässerwiese, links am Hang Obergraben, Blick von Nordwest (2023)
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Wässerwiese links, Bewässerungsgraben mit Schützen Mitte, Obergraben rechts am Waldhang, Blick von Südost (2023)
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Gräben leiten das Wasser vom Bewässerungsgraben in die Wiese; Tafeln stauen und verteilen dort das Wasser in die Fläche, Blick nach Südwesten (2023)
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Bewässerungsgraben mit Abzweigungen in die Wässerwiese (2023)
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Bewässerungsgraben mit Schützen (Holztafeln) zur Steuerung des Wasserzuflusses (2023)
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Lage Die circa 3.000 Quadratmeter große Wässerwiese liegt im Strombachtal zwischen den Orten Liefenroth und Hardt-Hanfgarten. Der Strombach entspringt im nördlich gelegenen Gummersbach-Strombach und mündet südlich bei Gummersbach-Vollmerhausen in die Agger.
Bewässerungstechnik Der Strombach kann am nördlichen Rand der Wiese über ein Wehr angestaut werden. In einer Schleife des Bachs werden hierfür mehrere Holzplanken quer übereinander in Metallschienen rechts und links des Ufers eingesetzt. Lücken werden von Hand mit Steinen, Moos und Grassoden „gestopft“. Wenn das Wasser im Bach eine ausreichende Stauhöhe errreicht hat, kann es in den Obergraben geleitet werden, der die Bachschleife abkürzt und an der nordöstlichen Hangkante verläuft. Von dort aus erschließt ein Grabensystem mit dem Bewässerungshauptgraben und kleineren Bewässerungsnebengräben die Wiese. Die einzelnen Abzweigungen werden über Holztafeln (Schütze) geöffnet beziehungsweise geschlossen und so die Bewässerung gezielt gesteuert. Mit dem Gefälle läuft überschüssiges Wasser über Drainage- beziehungsweise Entwässerungsgräben zurück in den Bach (siehe Skizze BSO, Mediengalerie).
Geschichte Die Wiesenbewässerung wurde 1932 vom Landwirt Wilhelm Viebahn aus Liefenroth angelegt und damals noch von mehreren Eigentümern gemeinschaftlich genutzt. Das Wasserrecht befindet sich seither in Familienbesitz. Ab den 1960er-Jahren wurde die Nutzung als Wässerwiese eingestellt und die Fläche mit Fichten bepflanzt. Der Enkel des Erbauers, Dr. Hermann Platzen, reaktivierte die Wiesenbewässerung einige Jahrzehnte später: Ab den 2000er-Jahren wurden die Fichten entfernt, das Grabensystem wieder hergestellt und im Jahr 2010 die traditionelle Nutzung als Wässerwiese wieder aufgenommen. Heute wird die Wiese regelmäßig von der Biologischen Station Oberberg gemäht. Die weiteren Pflegearbeiten leistet die Familie Platzen in Eigenleistung. Mit Unterstützung der NRW-Stiftung konnte vor Ort eine Informationstafel aufgestellt werden.
Kulturhistorische Bedeutung Traditionelle Bewässerungen in Europa sind immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Damit dieses Kulturerbe fortbestehen kann, benötigt es konkrete Orte, an denen es ausgeübt und weitergegeben wird. Die reaktivierte Wässerwiese im Strombachtal ist ein solcher Praxis- und Vermittlungsort. Sie zeugt von früheren Arbeits- und Wirtschaftsweisen, vom nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen und von der spezifischen Formung von Kulturlandschaft.
Hinweis Die „Traditionelle Bewässerung in Europa“ wurde im Jahr 2023 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen (vgl. Listen des immateriellen Kulturerbes der UNESCO).
Internet www.biostationoberberg.de: Traditionelle Wiesenbewässerung im Strombachtal - Infoflyer der Biologischen Station Oberberg (Hrsg.), 2010 (abgerufen 07.07.2026). www.unesco.de: Traditionelle Wiesenbewässerung in Europa: Wissen, Technik und Organisation (abgerufen 07.07.2026).
Vor Ort Dokumentation, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1932
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Julia König: „Traditionelle Wässerwiese im Strombachtal bei Gummersbach-Liefenroth”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345736 (Abgerufen: 17. Juli 2026)
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