Winterscheider Mühle am Derenbach in Ruppichteroth

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Ruppichteroth
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 48′ 36,82″ N: 7° 22′ 35,01″ O 50,81023°N: 7,37639°O
Koordinate UTM 32.385.610,98 m: 5.629.978,27 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.597.054,65 m: 5.631.438,96 m
  • Blick nach Westen bachabwärts: Derenbach dahinter Spielplatz / Park des Tagungshauses. (2022)

    Blick nach Westen bachabwärts: Derenbach dahinter Spielplatz / Park des Tagungshauses. (2022)

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    Julia König / Landschaftsverband Rheinland
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  • Blick nach Osten: Derenbach zwischen Parkplatz und Tagungsgebäude (2022)

    Blick nach Osten: Derenbach zwischen Parkplatz und Tagungsgebäude (2022)

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Lage
Die Winterscheider Mühle liegt am Derenbach, einem Zufluss der Bröl, im Tal südlich des Ortes Winterscheid.
„Der Derenbach wurde ehemals über einen Graben zur Betreibung der Winterscheider Mühle genutzt. Fragmente des Grabens sind noch vorhanden. Der Derenbach ist heute im Bereich der verschiedenen Zufahrten und Straßenquerungen verrohrt. Er ist im zentralen Bereich des Geländes entlang der Stellflächen und nördlich der Gebäude begradigt und abschnittsweise befestigt bzw. auch mit Mauern eingefasst. [...] Im Osten des (Plan)gebietes fließt der mit einem Bachauensaum bestandene Zählbach, im Südwesten der temporär Wasser führende Mühlenbach, zu.“ (aus: 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3.02 – „Winterscheider Mühle“, Gemeinde Ruppichteroth, Begründung Teil B, Umweltbericht, Nümbrecht, 13. März 2015, aktualisiert am 29. März 2018)

Gebäude
Nicke stellt bereits 1998 fest: „Seit langem ist die Winterscheider Mühle eine bekannte Gaststätte, bei der an die Mühle nur noch das Wasserrad und die Teichanlage erinnern. Alles übrige, was mit der Mühle zusammenhängt, ist fort.“
Heute befindet sich am Standort ein Beherbungskomplex mit mehreren Gebäuden. Teile des Mühlengebäudes wurden 2015 abgerissen, um Neubauten realisieren zu können. Aktuell (2023) wird gebaut. Durch die Umgestaltung ist das Gelände stark verändert und überprägt.

Geschichte
Die Wassermühle am Derenbach taucht bereits auf der Preußischen Uraufnahme von 1839-1850 auf, auf der Tranchotkarte (1801-1821) ist sie aber noch nicht verzeichnet.

Chronik nach FECG Hennef (wm-fecg.de) und Generalanzeiger (ga.de):
  • Die Grundsteinlegung der bis heute bestehenden Winterscheider Mühle (Getreidemühle) war im Jahr 1834 im Dehrenbachtal. Kurz nach der Fertigstellung wurde die Mühle von dem Rentmeister der Gemeinde Schönenberg übernommen.
  • Johann Peter Schumacher, Gemeinderentmeister a.D., wohnte im Jahr 1910 in der Mühle.
  • Später wurde die Mühle auch als Gaststätte betrieben, ein Hotel kam hinzu.
  • Die Eheleute Elisabeth und Wilhelm Schepler richteten zusätzlich zum Restaurantbetrieb eine hoteleigene Damwild- und Wildschweinzucht kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ein.
  • Im Jahr 1954 wurde das letzte Korn und Schrot gemahlen. Die Mühle wurde danach zum Gästeraum umgebaut. Infolge des Umbaus kam der Saalanbau und die Kegelbahn hinzu.
  • Im Jahr 1955 erfolgte der Anbau mit ,,Mühlenzimmer'' sowie einer Empore.
  • 1964 war das Jahr, in dem das zweigeschossige Flachdach als Hotelanbau mit 60 Betten eingeweiht wurde.
  • 1974 und 1984: Aufstockung im Hotel um weitere Geschosse
  • Die auf dem Gelände befindliche Kläranlage wurde im Jahr 1989 stillgelegt.
  • Die Hoteliers Holger Schäl und Franz Moreau erwarben Gebäude 1998, führten Um- und Ausbauten durch und einen Tagungsbetrieb als zusätzlichen Erwerbszweig.
  • 2003 Insolvenz / Im Jahr 2008 wurde die Hotelanlage auf Grund von Missmanagement geschlossen. Die stillgelegte Anlage umfasst zu dem Zeitpunkt einen eigenen Schlachthof, das Tagungscenter, ein Hallenschwimmbad mit großem Wellnessbereich, einen Park mit Wildparkanlage sowie das 5-Sterne Hotel mit Restaurant.
  • 2013 Versteigerung an Evangeliums-Christengemeine aus Hennef
  • Teile des Mühlengebäudes wurden 2015 abgerissen, um Neubauten realisieren zu können.

Heute befindet sich ein christliches Gemeindezentrum mit Restaurant und Tagungsbetrieb im Komplex.

(Julia König, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2023)

Internet
ga.de: Zukunft der Winterscheider Mühle ist geklärt (Artikel im General-Anzeiger vom 11.01.2019; abgerufen am 7.08.2023)
wm-fecg.de: Geschichte der Winterscheider Mühle (abgerufen am 12.12.2025)

Quelle
2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3.02 – „Winterscheider Mühle“, Gemeinde Ruppichteroth, Begründung Teil B, Umweltbericht, Nümbrecht, 13. März 2015, aktualisiert am 29. März 2018

Literatur

Nicke, Herbert (1998)
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg. Wiehl.

Winterscheider Mühle am Derenbach in Ruppichteroth

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Winterscheider Mühle 1
Ort
53809 Ruppichteroth - Winterscheid / Deutschland
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn 1834, Ende nach 1954

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Julia König (2026): „Winterscheider Mühle am Derenbach in Ruppichteroth”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345184 (Abgerufen: 26. Juni 2026)
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