Am linken unteren Niederrhein liegt auf der Ebene zwischen den Maasdünen im Westen und der Niersniederung im Osten die Stadt Straelen. Auf einer der Kuppen, nördlich von Straelen, steht inmitten einer Wiese die ehemalige Windmühle am Gieselberg. Die sandige Ebene, die vormals eine Heide- und Moorlandschaft war, ist heute Agrarland mit Gartenbau und Blumenzuchtbetrieben. Östlich des Ortes durchfließt die Niers die Ebene. Naturnahe Wälder und Bruchland sind in Flussnähe erhalten.
Gebäude
Die Erdholländermühle besitzt einen achtkantigen konischen Mühlenturm. Der Sockel ist gemauert und weiß getüncht. Der übrige hölzerne Turm ist mit Schindeln verkleidet. Die Haube ist erhalten, doch Windmühlenflügel und Steert sind nicht mehr vorhanden. Reste der Windrose sind noch an der Haube zu erkennen.
Geschichte
1848 beantragte ein Herr van Schayck eine neue holländische Windmühle in geringer Entfernung vor den Toren der Stadt Straelen errichten zu dürfen. Dies wurde jedoch abgelehnt. Erst nachdem ein neuer Bauplatz am Gieselberg gefunden war, wurde 1851 die Genehmigung für den Neubau der Mühle aus Holz erteilt.
Die Mühle war ca. 100 Jahre lang als Kornmühle in Betrieb. 1952 brannte sie durch den Blitzschlag eines Gewitters ab und wurde daraufhin stillgelegt. Eigentümer zur Zeit des Brandes war der Müller Tophoven.
Im Jahr 1968 kaufte Heinrich Brimmers aus Straelen die Mühle. Obwohl die Mühle wieder aufgebaut wurde, stürzte sie 1970 ein.
In den folgenden Jahren 1971/72 fand ein erneuter Wiederaufbau der Mühle statt und sie wurde zur Ferienwohnung für Freizeit und Erholung umfunktioniert.
Baudenkmal
Seit 2005 steht die Mühle am Gieselberg unter Denkmalschutz und ist eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Straelen unter der Nr. 85.
(Elisabeth Zenses, Rheinisches Mühlen-Dokumentationszentrum e.V. 2019, erfasst im Rahmen des Verbundprojekts „Aufnahme der Mühlen im Rheinland“)
Internet
rmdz.de: Rheinisches Mühlendokumentationszentrum (abgerufen 11.09.2019)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler Straelen (abgerufen 11.09.2019)