Sendehalle von Europe 1 bei Überherrn

Sendeanlage Felsberg-Berus

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Überherrn
Kreis(e): Saarlouis
Bundesland: Saarland
Koordinate WGS84 49° 16′ 51,19″ N: 6° 40′ 48,09″ O / 49,28089°N: 6,68002°O
Koordinate UTM 32.331.274,21 m: 5.461.271,12 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.549.522,68 m: 5.460.650,46 m
  • Sendehalle von Europa 1 bei Überherrn (2019)

    Sendehalle von Europa 1 bei Überherrn (2019)

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    Robert Gansen
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Auf einem Feld zwischen Ittersdorf und Berus befindet sich die Sendehalle des Radiosenders Europe 1. Die Sendehalle ist dabei ein einer Jakobsmuschel nachempfundenes Gebäude aus Glas und Spannbeton, das bis 2015 als Sendeanlage diente.

Vorgeschichte
Die Geschichte der Sendeanlage und der Sendehalle beginnt in den 1950er Jahren. Zu dieser Zeit war das Saarland Teilgebiet der französischen Besatzungszone, das allerdings seit 1946 aus der Verwaltung der Besatzungszone ausgegliedert wurde. Die Verfassung des Saarlandes aus dem Jahr 1947 sollte eine Loslösung von Deutschland ermöglichen und ein wirtschaftlicher Anschluss an Frankreich erreicht werden. Das Saarland hatte damit bis Ende 1956 einen Sonderstatus und eine begrenzte Eigenstaatlichkeit. Mit dem Saarabkommen von 1956 zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland trat das Saarland schließlich zum 1. Januar 1957 der Bundesrepublik bei. Der wirtschaftliche Anschluss an Frankreich galt bis Mitte 1959.

In den 1950er Jahren wurden in Frankreich, wie auch in der Bundesrepublik Deutschland, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten aufgebaut, die keine private Radio- und Fernsehsender erlaubten. Dadurch entstanden in Nachbarstaaten, wie unter anderem in Monaco und Luxemburg private Sender, deren Sendereichweiten weit über die eigenen Landesgrenzen hinausgingen. So entstand auch im Saarland aufgrund seines Sonderstatus (weder zu Frankreich, noch zu Deutschland gehörend) mit staatlicher (saarländischen) Konzession ein solcher Sender mit dem Namen „Radio Europe No. 1“. Die Betreiber hatten ehrgeizige Pläne, denn sie versuchten mit den staatlichen Rundfunkanstalten vor allem in Frankreich zu konkurrieren. Vom Saarland aus sollte das Radioprogramm in Richtung Frankreich gesendet werden, um das französische Publikum bedienen. Im Gegenzug für die Konzession verpflichteten sich die Betreiber zusätzlich auch ein deutschsprachiges Fernsehprogramm (Telesaar) für das Saarland zu produzieren. Telesaar wurde damit der erste deutschsprachige Privatsender; er sendete zwischen 1956 und 1958.

Die Sendehalle
Die ehrgeizigen Vorhaben der Betreiber, eine der größten Rundfunkanstalten zu werden, sollte auch baulich wiedergespiegelt werden. Nur wenige hundert Meter von der französischen Grenze planten die Betreiber das entsprechende Sendezentrum zu errichten, dass am 1. Januar 1955 in Betrieb gehen sollte. Von dem Gebäudekomplex aus sollten Radio und Fernsehen gesendet werden und ebenfalls Fernsehstudios, Büros und Sozialräume untergebracht werden.

Angelehnt an die zahlreichen Muschelkalksedimente der Region entwarf der Architekt Jean-François Guédy (1908–1955) eine Sendehalle deren Gebäudeform an eine Jakobsmuschel erinnert. Guédy entwarf als einer der ersten Architekten eine verglaste Halle mit der Besonderheit, dass es sich dabei um eine 86 x 46 Meter große freitragende Halle aus Beton handeln sollte. Das Dach wurde dabei von Pfeilern die in regelmäßigen Abständen die gläserne Fassade unterbrechen sollten und fächerartigen Streben getragen. Im April 1954 erfolgte die Genehmigung der Planung und am 15. Juni die Grundsteinlegung.
Während der Arbeiten am Dach stellte sich in Nachberechnungen heraus, dass sich das Betondach um 70 Zentimeter absenken würde, sobald die Verschalung für den Beton abgenommen werden würde. Um das Absenken des Daches zu verhindern, wurde versucht die Statik mit Hilfe des von Eugène Freyssinet (1879-1962) entwickelten Spannbetons zu stützen. Allerdings war dies nicht erfolgreich, sodass es im September 1954 zu irreparablen Rissen im Dach kam und sich die Fertigstellung des Baus verzögerte.
Freyssinet erhob, ebenso wie andere aus der architektionischen Fachwelt, Vorwürfe gegenüber Guédy, der sich daraufhin das Leben nahm. Nach Guédys Freitod übernahm Freyssinet im Oktober 1955 selbst die Bauleitung und die Überarbeitung der Pläne. Freyssinet erhielt Guédys ursprüngliche Pfeilerkonstruktion, verstärkte aber die Statik des Daches, dass daraufhin lediglich mit einer Stärke von 4 Zentimetern aus Beton gegossen werden konnte und im Innenraum mit Heraklit ausgekleidet wurde um die zusätzlichen Sicherungen zu verdecken.

Der Sendebetrieb wurde am 1. Januar 1955 aufgenommen und wich zunächst auf aufgebaute Holzbaracken aus, bevor die Sendehalle genutzt wurde. Die Radiosendungen selbst wurden allerdings in Paris produziert, per Kabel zur Sendeanlage ins Saarland gesendet und von dort schließlich ausgesendet.
Der freistehende Fernsehturm, der nur für wenige Tage im Januar 1958 in Betrieb ging, wurde vom chinesischen Ingenieur Ou Tseng konstruiert. Von diesem wurde für kurze Zeit das Fernsehprogramm von Telesaar ausgesendet, bis dieser nach wenigen Tagen stillgelegt wurde, da der Betrieb eines deutschsprachigen Privatsenders aufgrund der damaligen Gesetzeslage in der Bundesrepublik zu der das Saarland inzwischen gehörte, verboten war. Damit stellte, der erste deutschsprachige Privatsender Telesaar den Sendebetrieb 1958 komplett ein.

Trotz wiederkehrender Anstrengungen auch dem französischen Radioprogramm die Sendelizenz zu entziehen, konnte es sich bis heute behaupten und sendet immer noch. Seit 2015 nutzt Radio Europe No. 1 allerdings eine neue Sendeanlage in der Nähe. Die neue, mit moderner Technik ausgestattete Sendelanlage des Radiosenders befindet sich nur wenige hundert Meter in Nord-Westlicher Richtung in einem kleinen unauffälligen Gebäude, das im Gegensatz zu der eindrucksvollen Sendehalle steht und ohne technisches Personal auskommt.

Baudenkmal
Das Objekt „Sender Europa 1, Zum Sender“ in der Gemeinde Überherrn ist seit 1999 ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste des Saarlandes. Teildenkmalliste Landkreis Saarlouis 2017, S. 30).

(Robert Gansen, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2019)

Internet
www.saar-nostalgie.de: Der Langwellensender Europe No 1 (abgerufen 02.10.2019)
www.structurae.net: Sendemasten von Europa 1 (abgerufen 02.10.2019)
www.wikipedia.org: Europe 1 (abgerufen 02.10.2019)
www.moderne-regional.de: Europäische Schönheit (abgerufen 02.10.2019)
www.wikipedia.org: Sender Felsberg-Berus (abgerufen 02.10.2019)
www.sarrelibre.de: Wie die Saarländer das Privatfernsehen erfanden… (abgerufen 02.10.2019)
www.saarland.de: Sendehalle Europe 1 in Felsberg (abgerufen 02.10.2019)
www.resonanzen.eu: La cathedrale des ondes - Centre Emetteur de l'Europe 1 en Sarre (abgerufen 02.10.2019)
www.memotransfront.uni-saarland.de: Europe 1 (abgerufen 02.10.2019)

Literatur

Landesdenkmalamt des Saarlandes (Hrsg.) (2017)
Denkmalliste des Saarlandes. Teildenkmalliste Landkreis Saarlouis. S. 30, Schiffweiler. Online verfügbar: https://www.saarland.de/dokumente/thema_denkmal/TDL-LKSLS13.10.2017.pdf

Sendehalle von Europe 1 bei Überherrn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Zum Sender
Ort
66802 Überherrn - Felsberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1954 bis 1955, Ende 2015

Empfohlene Zitierweise

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„Sendehalle von Europe 1 bei Überherrn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-296880 (Abgerufen: 28. November 2020)
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