Holzbachschlucht bei Westerburg

Holzbachdurchbruch

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Gemünden (Westerwaldkreis), Seck
Kreis(e): Westerwaldkreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 33′ 52,84″ N: 8° 01′ 51,26″ O / 50,56468°N: 8,03091°O
Koordinate UTM 32.431.365,37 m: 5.601.865,51 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.431.412,69 m: 5.603.666,65 m
  • Holzbachschlucht bei Westerburg (2018)

    Holzbachschlucht bei Westerburg (2018)

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Es gibt einige Wasserläufe seines Namens. In waldreichen Gegenden wie dem Westerwald kann diese Konkurrenz nicht übermäßig wundern. Falls unser Holzbach nach der Holztrift heißt, muss er einst mehr Wasser geführt haben. Dafür würden auch die zahlreichen bachbegleitenden Mühlennamen sprechen. Heute ist seine Schlucht ein dankbares Motiv für Fotografen, die sich dem Thema Wildnis widmen.
Nur etwas mehr als 12 Kilometer bringt er von der Quelle bis zur Mündung hinter sich, und nur wenige noch kleinere Wasserläufe nimmt er zwischendurch auf. Aber selbst dem kleinen Holzbach blieben Begradigungen und Verrohrungen nicht erspart.
Er ist schon eine Weile unterwegs, bevor er hinter dem Dappricher Hof in seine rund einen Kilometer lange Schlucht eintritt. Die Holzbachschlucht ist genaugenommen ein Durchbruch, der Bach hat sich hier tief in den Basalt eingeschnitten. Überhaupt bestimmen vulkanische Gesteine diese Partie des Rheinischen Schiefergebirges, und sie vor allem gaben Anlass, den Geopark Westerwald–Lahn-Taunus zu gründen. 2016 hat der Park die Holzbachschlucht als sein erstes „Geotop des Jahres“ ausgezeichnet.
Bis zu 30 Meter ragen die Wände dieses Durchbruchs hoch. Buchenwaldgesellschaften finden sich in den oberen Hangpartien. Zum Bachgrund hin prägt sich der Schluchtwald immer deutlicher aus, zu seiner Krautschicht gehört das Silberblatt als typische Pflanze. Ein besonders malerisches Bild bietet die Holzbachschlucht im Frühjahr, wenn die lila und weißen Blütenstände des Hohlen Lerchensporns einen dicht gewirkten Teppich bilden. Weiße Buschwindröschen treten hinzu, etwas später zeigt sich auch das seltenere Gelbe Windröschen. Insgesamt zeigt die Flora einen nährstoffreicheren Boden an.
Wenn sich die Bäume dichter belauben, sind Lerchensporn oder Buschwindröschen wie die meisten Pflanzen schon wie vom Erdboden verschwunden. Als Geophyten führen sie über die meiste Zeit des Jahres nur eine unterirdische Existenz. Aber das spektakulärste Bild bietet die Schlucht selbst. Der Bach windet und stürzt sich über mehr oder weniger große, mehr oder weniger rund geschliffene Basaltbrocken. Immer wieder löst sich Gestein von den Wänden, und wo die Blöcke sein Bett erreichen, zwingen sie das Wasser zu immer neuen Umwegen. Bäume brechen nieder, und die gefallenen Stämme verstärken den Eindruck ursprünglicher Natur.
Unzugänglich ist die Schlucht nicht. Auf beiden Seiten führt ein Weg hindurch, zwei Brücken, ziemlich an ihrem Anfang die eine, an ihrem Ende die andere, überqueren den Bach. Und nicht nur von den Brücken aus bietet sich Gelegenheit zu außergewöhnlichen Bildern, auf denen kein neuzeitliches Accessoire die Wildnis stört.

(Detlev Arens, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2018)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2018)
Rheinland-Kalender 2018. Landschaft, Denkmal, Natur. Köln.

Holzbachschlucht bei Westerburg

Schlagwörter
Ort
56479 56479
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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„Holzbachschlucht bei Westerburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290375 (Abgerufen: 4. Juni 2020)
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