Stadttheater Duisburg

Deutsche Oper am Rhein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Duisburg
Kreis(e): Duisburg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 26′ 5,98″ N: 6° 46′ 14,9″ O 51,43499°N: 6,77081°O
Koordinate UTM 32.345.054,18 m: 5.700.556,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.553.644,08 m: 5.700.322,30 m
  • Theater Duisburg (2019)

    Theater Duisburg (2019)

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Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden einen knappen Kilometer östlich der Duisburger Altstadt die Bahnhofsbauten, die Vorläufer des heutigen Hauptbahnhofs. So gewann dieses Gebiet zwischen Stadt und Bahn immer mehr an Bedeutung. Auf halber Strecke wurden einige repräsentative öffentliche Gebäude errichtet. 1876 das Land- und Amtsgericht und 1887 die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Städtische Tonhalle. Bis 1908 lag dazwischen ein alter städtischer Friedhof, der allerdings seit 1870 nicht mehr belegt worden war. Von dort hatte man nach Norden einen freien Blick über die Felder bis nach Duissern. Hier hatten 1910 die Duisburger Flugpioniere Karl und Peter Strack ihre ersten Flüge unternommen.
1902 rief der Duisburger Oberbürgermeister Karl Lehr (1842-1919) einen Theaterbauverein ins Leben. Bis 1908 war die gesammelte Summe so weit angewachsen, dass man mit der Planung eines Theaterbaus beginnen konnte. Nördlich des alten Friedhofs zwischen Gericht und Tonhalle konnte ein geeignetes Grundstück erworben werden.
Die von der Stadtverordneten-Versammlung 1907 eingesetzte Theaterbaukommission lobte 1909 einen beschränkten Architektenwettbewerb aus, den Professor Martin Dülfer (1859-1942) aus Dresden gewann. Nach dem ersten Spatenstich im Mai 1911 konnte das Theater am 7. November 1912 eröffnet werden. Damit hatte Duisburg eine der schönsten und modernsten Bühnen dieser Zeit erhalten. Ebenfalls 1911/1912 wurde das Gerichtsgebäude nach Osten erweitert, so dass auf der Fläche des ehemaligen Friedhofs ein baulich gefasster Platz entstand. Dieser wurde gärtnerisch gestaltet und erhielt den Namen „Königsplatz“. 1936 wurde er in „König-Heinrich-Platz“ umbenannt. So war aus einer Fläche vor den Toren der alten Stadt ein neuer Mittelpunkt entstanden.

Bei einem Bombenangriff am 22. Dezember 1942, unmittelbar nach einer Vorstellung des Tannhäuser, wurde das Theater schwer beschädigt und brannte völlig aus. Lediglich das Hauptfoyer blieb so weit erhalten, dass es bereits 1946 wieder als Spielstätte genutzt werden konnte. Nach weiteren Wiederherstellungsarbeiten konnte am 1. Oktober 1950 die Wiedereröffnung gefeiert werden, seit 1956 ist das Stadttheater einer der beiden Spielstätten der Deutschen Oper am Rhein. Das Bühnenhaus war allerdings erst 1952 fertiggestellt. 1954 wurde das Foyer im Stil der Zeit umgestaltet. Der Zuschauerraum erhielt bei einer Renovierung 1970 sein heutiges Aussehen. Seit 1956 ist das Duisburger Theater eine der beiden Spielstätten der Deutschen Oper am Rhein.
Das Äußere des Theatergebäudes hat sich allen sonstigen Veränderungen zum Trotz seit der Errichtung erhalten. Es ist ein aus Kuben klar gegliederter neuklassizistischer Bau, den der weithin sichtbare Bühnenturm überragt. Dem König-Heinrich-Platz ist ein Giebel zugewandt, der Verse aus Friedrich Schillers „Huldigung der Künste“ trägt:
Mit all seinen Tiefen, seinen Höhen
roll ich das Leben ab vor deinem Blick.
Wenn du das große Spiel der Welt gesehen,
so kehrst du reicher in dich selbst zurück.
Die seitlichen Aufsätze des Giebels tragen allegorische Figurengruppen. Diesem Giebel ist in Form der Front eines griechischen Tempels ein hoher Portikus vorgelagert. Seine sechs ionischen Säulen sind 12 meter hoch und wurden jeweils an einem Tag aus Stampfbeton gegossen. Der Giebel trägt ein Relief der Pallas Athene als Beschützerin der Kunst. Die geschlossenen Wände der Seitenflügel werden lediglich durch kleine Friese mit Kinderfiguren aufgelockert.
Die Eisenskulptur vor dem Theater – „Fünf Bögen mal fünf“ von Bernar Venet, wurde 2007 zur Eröffnung des neugestalteten König-Heinrich-Platzes aufgestellt.

Baudenkmal
Das Stadttheater Duisburg ist seit 1985 ein eingetragenes Baudenkmal der Stadt Duisburg.

(Ulrich Stevens, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2018)

Internet
www.bauauskunft.duisburg.de: Denkmallisteneintrag des Stadttheaters Duisburg (abgerufen am 25.04.2019)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2018)
Rheinland-Kalender 2019. Landschaft, Denkmal, Natur. Köln.

Stadttheater Duisburg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Neckarstraße 1
Ort
47051 Duisburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1911 bis 1912

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stadttheater Duisburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290370 (Abgerufen: 3. Juli 2022)
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