Störschleife Itzehoe

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Itzehoe
Kreis(e): Steinburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 53° 55′ 9,38″ N: 9° 31′ 2,54″ O / 53,91927°N: 9,51737°O
Koordinate UTM 32.533.978,97 m: 5.974.663,92 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.534.062,21 m: 5.976.614,67 m
  • Teil der Störschleife Itzehoe mit Hauptzollamt ca. 1960

    Teil der Störschleife Itzehoe mit Hauptzollamt ca. 1960

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  • Grünanlage westlich der Wallstraße in Itzehoe (2018)

    Grünanlage westlich der Wallstraße in Itzehoe (2018)

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    Frank Andraschko
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  • Luftbild der Itzehoer Neustadt während der Sanierung (1974)

    Luftbild der Itzehoer Neustadt während der Sanierung (1974)

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  • Luftaufnahme der Störschleife Itzehoe, ca. 1960

    Luftaufnahme der Störschleife Itzehoe, ca. 1960

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    Urheber unbekannt / Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe, Bildarchiv x15997
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  • Zuschüttung des Störarms am Brookhafen in Itzehoe, 1970er Jahre

    Zuschüttung des Störarms am Brookhafen in Itzehoe, 1970er Jahre

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  • Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe, ca. 1960

    Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe, ca. 1960

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  • Luftaufnahme von Itzehoe mit Störschleife, ca. 1960

    Luftaufnahme von Itzehoe mit Störschleife, ca. 1960

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  • Störschleife Itzehoe, Blick auf die „Lange Brücke“, ca. 1960

    Störschleife Itzehoe, Blick auf die „Lange Brücke“, ca. 1960

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  • Wallstraße in Itzehoe  (2018)

    Wallstraße in Itzehoe (2018)

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  • Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe (im Hintergrund Alsen), 1920er Jahre

    Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe (im Hintergrund Alsen), 1920er Jahre

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    Urheber unbekannt / Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe, Bildarchiv x1630
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  • Luftaufnahme der Störschleife Itzehoe, 1960er Jahre

    Luftaufnahme der Störschleife Itzehoe, 1960er Jahre

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  • Grünanlage westlich der Wallstraße in Itzehoe (2018)

    Grünanlage westlich der Wallstraße in Itzehoe (2018)

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    Andraschko, Frank / AGIL / ARGE Maritime Landschaft Unterelbe
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  • Als Ausgangspunkt für einen kleinen Stadtrundgang zur ehemaligen Störschleife in Itzehoe bietet sich der Parkplatz „Meierei“ an der Breitenburger Straße an  (2018).

    Als Ausgangspunkt für einen kleinen Stadtrundgang zur ehemaligen Störschleife in Itzehoe bietet sich der Parkplatz „Meierei“ an der Breitenburger Straße an (2018).

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  • An der Straße „Burg“ nahe des ehemaligen Hafens in Itzehoe liegen sanierte neuzeitliche Bürgerhäuser (2018).

    An der Straße „Burg“ nahe des ehemaligen Hafens in Itzehoe liegen sanierte neuzeitliche Bürgerhäuser (2018).

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  • Erinnerungstafel zur Gründung und Lage der ersten Burg in Itzehoe (2018)

    Erinnerungstafel zur Gründung und Lage der ersten Burg in Itzehoe (2018)

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  • Innenstadt von Itzehoe (2018)

    Innenstadt von Itzehoe (2018)

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  • Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe, 1920er Jahre

    Brookhafen am westlichen Störarm in Itzehoe, 1920er Jahre

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  • Krämerstraße in Itzehoe mit „Lange Brücke“, ca. 1900

    Krämerstraße in Itzehoe mit „Lange Brücke“, ca. 1900

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Objektbeschreibung
Die Störschleife war eine ehemalige Flussschleife der Stör, die seit dem Mittelalter als schützender Wasserlauf um die einstige Burg und Neustadt diente sowie als Hafenfläche der Stadt Itzehoe genutzt wurde. Sie ist Mitte der 1970er Jahre im heutigen Stadtgebiet zugeschüttet und größtenteils überbaut worden.

Neben der Delfttorbrücke am Durchstich im Süden verband die Lange Brücke in der heutigen Breiten Straße die Neustadtinsel mit der Altstadt. Beide Brücken dürften bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bestanden haben. Die dritte Brücke wurde am westlichen Störufer zum damals unbebauten „Brook“ (plattdeutsch für Bruchwald) errichtet. Ihren volkstümlichen Namen „Schweinebrücke“ erhielt sie, weil auf ihr die Schweine aus der Neustadt auf die städtische Auslauffläche getrieben wurden. Die letzte Nachfolgerin der „Schweinebrücke“ zum „Brook“ wurde 1888 abgerissen. Danach musste die Bevölkerung die Bahnhofsbrücke benutzen, die seinerzeit auch Bahngleise vom Bahnhof auf dem „Brook“ in die Neustadt führte. Eine 1953 am östlichen Arm errichtete Brücke trug zwischenzeitlich auch den Namen „Schweinebrücke“. All diese Brücken verschwanden im Zuge der Flächensanierung der Itzehoer Neustadt und der Verfüllung der Störschleife Mitte der 1970er Jahre.

Kulturlandschaftlicher Bezug
Heute fließt die Stör am südlichen Rand der Stadt Itzehoe. Bis Mitte der 1970er Jahre verlief die Störschleife mitten durch die Innenstadt. Die Neustadt war eine Insel im Stadtgebiet, umgeben von Hafenanlagen, die bis in die 1960er Jahre in Nutzung waren.

Die im Binnenland liegende Stadt Itzehoe verfügte seit dem Mittelalter über eine bedeutende Schifffahrtstradition. Der durch die Schiffe und Hafenanlagen geprägte maritime Charakter ging allerdings durch die Verfüllung der Störschleife im Zuge der Stadtsanierung weitgehend verloren.

Entstehungsgeschichte
Hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Itzehoer Störschleife gibt es zwei entgegenstehende Theorien. Fraglich ist, ob sie dem natürlichen Flusslauf der Stör zu verdanken ist oder durch Umleiten zweier Bäche und Wasserbaumaßnahmen künstlich geschaffen wurde. Aufgrund ihrer Form, die als geplante Befestigungsanlage nicht optimal geeignet wäre, ist ein natürlicher Ursprung wahrscheinlicher.

Um das Jahr 1000 errichtete ein sächsischer Herzog aus dem Geschlecht der Billunger in der Schleife bereits eine erste Wallburg, die heute noch durch den Straßennamen „Burg“ kenntlich ist. Erstmals urkundlich belegt wurde der Bau einer Burganlage an gleicher Stelle durch Graf Adolf II. von Schauenburg im Jahr 1180. Der am südlichen Rand der Störschleife verlaufende Durchstich wurde in diesem Zusammenhang zugeschüttet und an anderer Stelle neu errichtet. Die Burganlage in der Störschleife erweiterte man in der Folge um eine Siedlung, die 1238 das Stadt- und 1260 das Stapelrecht erhielt. Damit mussten alle auf der Stör transportierten Waren hier ausgeladen und angeboten werden. 1303 wurde das Stadtrecht auf die benachbarte alte Siedlung am Geestrand ausgedehnt, wodurch die „Altstadt“ mit der „Neustadt“ durch die Störschleife vereinigt werden konnte. Über Jahrhunderte lag entlang der Störschleife der Itzehoer Hafen.

Südlich des alten Durchstichs am Delfttor schuf man 1893/94 zunächst einen zusätzlichen Durchstich. Dadurch sollte eine bessere Entwässerung der Marsch erreicht und ein höherer Tidenanstieg an den störaufwärts befindlichen Liegeplätzen erzeugt werden. Die Befürchtungen der Itzehoer, dass diese Maßnahmen auch zu einer zunehmenden Verschlammung der Hafenflächen an der Störschleife führen würden, bestätigten sich. Auch das Zuschütten des alten Durchstichs sowie der Einbau von Stautoren an der neuen Delfttorbrücke konnten die Situation nicht hinreichend verbessern. Als Hafenfläche verlor die Störschleife dadurch in den folgenden Jahrzehnten zusehends an Bedeutung. Das betraf auch den besser genutzten Brookhafen am westlichen Störarm. Im Jahre 1968 legten auch hier erstmals seit Jahrhunderten keine Schiffe mehr an. Das Hafenbecken wurde 1974 wie die gesamte Störschleife im Zuge der Sanierung der Neustadt zugeschüttet.

Baubeschreibung
Die Uferbefestigungen bestanden aus hölzernen Spundwänden, den angrenzenden Hausmauern sowie unbebauten Böschungen. Die Wasserfläche in der Schleife hatte eine Breite von etwa 10 bis 20 Metern. Zudem gab es im Brookhafen Werft- und Kaianlagen sowie Gleisanschlüsse.

Kultureller Wert
Die ehemalige Störschleife ist inzwischen nicht mehr vorhanden, allerdings noch gut im Stadtgrundriss nachvollziehbar. Für viele Itzehoer besitzt die ehemalige Störschleife noch immer ein hohes Identifikationspotential. Der emotional empfundene Verlust sowie die städtebaulichen Defizite führten 2011 zur Gründung des Vereins „Störauf e.V.“, der seitdem die Planungen einer neuen Störschleife auf dem historischen Verlauf für mehr Lebensqualität in Itzehoe aktiv gestaltet und begleitet.

Lage und Anfahrt
Heute verläuft die B 77 nach Überquerung der Stör teilweise im Hafenbecken des ehemaligen Brookhafens. Die Störschleife lag von dort aus weiter nach Norden, machte in Höhe des Theaters einen Bogen und führte über den heutigen Grünzug zurück zur Stör.

(Jana Frank (www.agil-online.de), erstellt im Auftrag der Arge Maritime Landschaft Unterelbe in Kooperation mit dem Kreis Steinburg, dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und der Lise-Wielatt Münster-Stiftung. Gefördert von der Metropolregion Hamburg, 2018)

Internet
störauf.de: Stör auf e.V. (abgerufen am 21.11.2018)
ndr.de: Itzehoes Störschleife lässt die Bürger nicht los (abgerufen am 21.11.2018)

Literatur

Karting, Herbert (2015)
Itzehoer Schifffahrtschronik. die maritime Geschichte der Stadt und ihres Hafens, ihrer Kaufleute, Schiffer, Reeder, Schiffbauer und deren Fahrzeuge bis zur Gegenwart. Bremen.

Störschleife Itzehoe

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schumacherallee
Ort
25524 Itzehoe
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Ende 1974

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Störschleife Itzehoe”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290014 (Abgerufen: 24. August 2019)
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