Leuchtturm Kollmar

Leuchtturm Steindeich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kollmar
Kreis(e): Steinburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 53° 44′ 1,11″ N: 9° 27′ 28,54″ O / 53,73364°N: 9,45793°O
Koordinate UTM 32.530.208,10 m: 5.953.984,58 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.530.290,30 m: 5.955.926,95 m
  • Leuchtturm Kollmar (2018)

    Leuchtturm Kollmar (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Andraschko, Frank / AGIL/ARGE Maritime Landschaft Unterelbe
    Fotograf/Urheber:
    Frank Andraschko
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Objektbeschreibung
Der alte Leuchtturm Steindeich in Kollmar wurde 1965 erbaut und war bis 1995 in Betrieb. Als so genanntes Quermarkenfeuer diente er der Schifffahrt als Marke zum Richtungswechsel, in dem verschiedenfarbige Sektoren ausgestrahlt wurden. Bei einem Wechsel der Lichtfarbe musste der Kurs in Richtung eines weiteren Leuchtfeuers geändert werden. Neben der Funktion als Leuchtfeuer war der Turm auch eine Radaranlage zur Verkehrsüberwachung. Er gehörte zu einer ganzen Kette von Radaranlagen zwischen dem damaligen Feuerschiff „Elbe 2“ in der Elbmündung in die Nordsee und Hamburg, die bei ihrer Errichtung 1965 mit 140 Kilometern die längste Radarkette der Welt bildeten. Der Turm wird heute als private Wohnung genutzt.

Kulturlandschaftlicher Bezug
Der alte Leuchtturm von Kollmar ist ein landschaftsprägendes Bauwerk im Niederelbebereich. Anders als an anderen Stellen der Unterelbe nähert sich hier die Fahrrinne der Elbe sehr weit dem nördlichen Ufer, so dass von dort aus die Verbindung zwischen der Schifffahrt und den ihr dienenden Leuchttürmen besonders eindrucksvoll deutlich wird. Dieser Ort ist zudem durch seine besondere Lage besonders prägend für die Kulturlandschaft der Steinburger Elbmarschen.

Entstehungsgeschichte
Der Leuchtturm ist nicht das erste Leuchtfeuer in Kollmar. Bereits im Jahr 1893 wurde unweit des heutigen Standortes, direkt am Elbdeich gelegen, ein stählerner Vorgängerbau errichtet. Auch er war ein Quermarkenfeuer, welches zunächst bis 1927 durch eine Petroleumlampe mit einem Docht betrieben wurde. 1928 rüstete man das Leuchtfeuer auf Flüssiggasbetrieb um und führte eine unterbrochene Kennung der Leuchtsignale ein. In den 1960er Jahren reichte die visuelle Funktion der Leuchtfeuer zur Sicherung der Schifffahrt nicht mehr aus. Neue Sicherungstechniken wurden eingeführt und das alte Leuchtfeuer 1968 abgebrochen. Den neuen Leuchtturm am Steindeich hinter der Straße erbaute man 1965. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war dieser Turm ein Hybridbauwerk. Neben dem bekannten Quermarkenfeuer besaß das Gebäude auch eine Radaranlage. Er gehörte zu einer ganzen Kette von Radaranlagen, die die Elbe von der Mündung bis zum Hamburger Hafen überwachten. Die Anlage ging 1966 in Betrieb und wurde 1995 außer Dienst gestellt, nachdem seine Aufgabe von einer neuen Generation von Radaranlagen übernommen wurde. Seit 1999 ist der Turm in Privatbesitz und bewohnt.

Baubeschreibung
Der Leuchtturm Steindeich wurde 1965 errichtet. Dazu verankerte man zunächst 10 Betonpfähle mit einer Länge von 12, bzw. 16 Metern und einem Durchmesser von 0,42 Metern im Marschboden. Auf dieser Gründung goss man eine 1,10 Meter starke Betonplatte als Fundament. Um den Turm herum wurde im Erdgeschoss ein achteckiger ziegelsichtiger Wirtschaftstrakt erbaut, der ursprünglich Aufenthaltsräume, Sanitäranlagen und Funktionsräume beherbergte. Über eine Betonwendeltreppe mit 131 Stufen lässt sich nach 28 Höhenmetern der ebenfalls in Beton ausgeführte, frühere Radarraum der Station erreichen. Dieser befindet sich insgesamt 35 Meter über dem Erdboden. Über 14 weitere Stufen mit zwei weiteren Höhenmetern kommt man zum ehemaligen Laternenraum des Leuchtturmes. Dort war eine Gürtellinse, ein Rotationskörper aus Glas in Form eines hohlen Zylinders mit starker Lichtquelle, mit einer Reichweite von neun Seemeilen für das weiße sowie sechs und fünf Metern für das rote und grüne Leuchtfeuer installiert, wobei andere Quellen auch von einer Reichweite des weißen Leuchtfeuers von 13 Seemeilen sprechen.

Kultureller Wert
Der Leuchtturm in Kollmar ist in besonderem Maße kulturlandschaftsprägend. Er ist gestalterisch und konstruktiv ein typisches Bauzeugnis der Architektur der 1960er Jahre. Hinzu kommt die Besonderheit der Doppelfunktion von Leucht- und Radarturm. Das Gebäude steht daher auch exemplarisch für den Übergang in der Verkehrssicherungstechnik an der Elbe von der optischen Navigation mittels Leuchtfeuerpeilungen hin zu einer radargestützten und automatisch überwachten Navigation im Unterelberaum.

Lage und Anfahrt
Anfahrt direkt am Elbdeich über die Straße „Steindeich“. Der Turm ist eine private Anlage und kann nicht besichtigt werden.

(Jana Frank (www.agil-online.de), erstellt im Auftrag der Arge Maritime Landschaft Unterelbe in Kooperation mit dem Kreis Steinburg, dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und der Lise-Wielatt Münster-Stiftung. Gefördert von der Metropolregion Hamburg, 2018)

Internet
deutsche-leuchtfeuer.de: Leuchtturm Steindeich (abgerufen 21.11.2018)
leuchtturm-atlas.de: Kollmar, alter Turm (abgerufen 21.11.2018)

Literatur

Thomsen, Wolfgang (1982)
Alt-Steinburger Bilderbogen. Itzehoe.
Wiese, Eigel (1991)
Leuchttürme der deutschen Nord- und Ostseeküste. von Borkum bis Usedom. Hamburg.

Leuchtturm Kollmar

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Steindeich 12
Ort
25377 Kollmar
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1965 bis 1966

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Leuchtturm Kollmar”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290006 (Abgerufen: 24. August 2019)
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