Glückstädter Hafen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Glückstadt
Kreis(e): Steinburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Das Glückstädter Hafenbecken bei Sonnenuntergang (2018)

    Das Glückstädter Hafenbecken bei Sonnenuntergang (2018)

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  • Glückstädter Hafenbecken (2018)

    Glückstädter Hafenbecken (2018)

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  • Backsteingebäude des alten Zollspeichers im Glückstädter Hafen (2018)

    Backsteingebäude des alten Zollspeichers im Glückstädter Hafen (2018)

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  • Slipanlage im Glückstädter Binnenhafen (2018)

    Slipanlage im Glückstädter Binnenhafen (2018)

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  • Glückstädter Binnenhafen (2018)

    Glückstädter Binnenhafen (2018)

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  • Glückstädter Binnenhafen (2018)

    Glückstädter Binnenhafen (2018)

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  • Glückstädter Binnenhafen (2018)

    Glückstädter Binnenhafen (2018)

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Objektbeschreibung
Der dänische König Christian IV. ließ den Hafen der Stadt Glückstadt 1619/20 an der Mündung des Rhins in die Elbe errichten. Damals gehörten Glückstadt und das Herzogtum Holstein zum dänischen Gesamtstaat und waren mit diesem in Personalunion (der König war gleichzeitig Herzog) verbunden. Hafen und Stadt wurden primär aus strategischen Gründen gebaut. Glückstadt war bis 1863 ein wichtiger Flottenstützpunkt, um Dänemarks Interessen auf Elbe und Nordsee zu sichern. Dies führte auch zu handelspolitischen und militärischen Konflikten mit benachbarten Mächten. So wurden Stadt und Hafen im Laufe ihrer Geschichte von Hamburgern, Schweden, Engländern, Hannoveranern, Österreichern und Preußen militärisch besetzt. Als Verwaltungs- und Garnisonsstadt entstanden in Glückstadt im Zuge der Industrialisierung nicht die großen Hafen- und Industrieanlagen, wie an anderen Orten, so dass das bedeutende Stadtdenkmal mit seinem Hafen weitgehend erhalten blieb.

Kulturlandschaftlicher Bezug
Der Glückstädter Hafen ist in Folge der strategischen Stadtgründung der Festung Glückstadt stark mit den militärischen Zielen der dänischen Marine an der Elbe verbunden. Bald nach seiner Gründung etablierten sich auch die erforderlichen Werften, an die heute noch die erhaltene Slipanlage erinnert. Die Zugehörigkeit Glückstadts zum dänischen Gesamtstaat führte zu Handelsverbindungen, die zurückblickend eher problematisch erscheinen. Als der zeitweise wichtigste westliche Hafen Dänemarks wurde von Glückstadt aus ab 1659 auch der so genannte Dreieckshandel betrieben. In diesem System wurden zum Beispiel Stoffe und Schmuck nach Westafrika geliefert. Von dort aus wurden Sklaven in die (dänischen) Kolonien in Westindien gebracht und schließlich Kolonialwaren wie Rum und Zucker zurück nach Glückstadt. Vor dem dänischen Grönland wurde von Glückstadt aus zwischen 1671 und 1863 auch Walfang und Robbenjagd betrieben.

Von der überregionalen Schifffahrt blieb nach 1863 nennenswert nur die Heringsfischerei, die 1976 schließlich eingestellt wurde. Neben einer weiterhin militärischen Nutzung entwickelten sich in der Nachkriegszeit vor allem die Sport- und Ausflugsschifffahrt, die bis heute in der Region eine wichtige Rolle spielen. Der Binnenhafen hat heute eine Wasserfläche von 32.373 m² und wird bis auf Einrichtungen für Yachtausrüstung und -reparatur nicht mehr gewerblich genutzt.

Entstehungsgeschichte
Um eine strategische Basis für eine geplante Expansion über die Elbe zu errichten, suchte der dänische König Cristian IV. zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach einer geeigneten Basis an der Unterelbe. Nachdem Krempe und Itzehoe sich als ungeeignet erwiesen hatten, wurde im Jahr 1617 an der Mündung des Rhin in die Elbe die neue Stadt Glückstadt gegründet. Zwei Jahre später folgte der Ausbau im Mündungsbereich des Rhin zu einem ersten Hafenbecken, das man 1621 noch um den Marktfleth ergänzte, um Waren auch in den Kern der neuen Stadt zu transportieren. Zum Schutz der Einfahrt in den Hafen wurde 1632 auf der Südmole ein Geschützturm errichtet. Die Vorverlegung des Deiches in den Jahren 1652-1654 in Höhe der heutigen Trasse der Bundesstraße 431 führte zu einer Neuanlage der Befestigungen im Süden der Stadt. In der Folge wurde auch das Südufer des Hafens neugestaltet. Im Rahmen weiterer Umbauten an den Festungswerken 1736-40 legte man schließlich ein zusätzliches Hafenbecken für Teile der dänischen Kriegsmarine an.

Mit Beginn des Deutsch-Dänischen Krieges verließen die dänischen Truppen schon Ende 1863 Glückstadt. In der Folge wurden die von Dänemark abgetretenen Herzogtümer Holstein, Schleswig und Lauenburg unter preußisch-österreichische Verwaltung gestellt. In diese Periode fielen auch Beschluss und Bewilligung des österreichischen Statthalters, die Mittel zum Bau einer Hafenschleuse bereitzustellen. Bis 1874, inzwischen war die Stadt Teil Preußens geworden, wurde die Hafenschleuse fertiggestellt und der Hafen entsprechend umgestaltet. Dazu musste die Entwässerung des Rhin um den Hafen herum durch die alten Befestigungsgräben geleitet werden. Mit der Hafenschleuse ergab sich erstmals die Teilung des Hafens in einen gezeitenunabhängigen Dockhafen und einen Tidehafen. Die nördlich des heutigen Außenhafens gelegene Fläche des ehemaligen dänischen Kriegshafens wurde Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zugeschüttet, um Gewerbeflächen zu gewinnen, da die Bedeutung der Schifffahrt zusehends zurückging. In Folge der Erfahrungen im Zusammenhang mit der Sturmflut 1962 wurde in den Jahren 1969/70 die Dockschleuse um ein zusätzliches Flutschutztor erweitert. Nach Fertigstellung dieses Umbaus stellte sich heraus, dass sich die ursprünglich handbetriebenen Elemente der alten Dockschleuse nicht ohne weiteres elektrifizieren ließen, so dass bis 1974 eine grundsätzliche Umstellung der Schleusenanlage auf hydraulischen Betrieb erfolgte.

Baubeschreibung
Die im Jahre 1874 fertiggestellte Dockschleuse des Glückstäter Hafens hat eine Sohlenhöhe von NN -4,81 Meter. Die an der Sohle in Beton ausgeführte Schleusenkammer war zunächst 13,86 Meter lang und wurde durch zwei gegenläufig schließende Stemmtore verschlossen. Während das Fluttor aus Flusseisen und Eichenholz gefertigt war, bestand das Ebbetor bis 1931 gänzlich aus amerikanischer Eiche. Es wurde 1931 durch ein eisernes Modell ersetzt.

1969/70 ergänzte man die Schleuse durch ein weiteres Element an der Außenseite. Hierfür wurde ein zuvor an Land aus Stahl gefertigtes, 15 Meter langes und 2.000 Tonnen schweres Bauteil auf einem Ponton geliefert und auf einer vorbereiteten Pfahlgründung abgesenkt. Das gut erkennbare neue Flutschutztorpaar hat eine Höhe von NN +7,50 Meter. Das Flutschutztorpaar der alten Anlage wurde auf die gleichen Maße erhöht, wodurch es sich auch für Laien gut von dem alten, lediglich NN +2,60 Meter hoch aufragenden alten Ebbetorpaar unterscheidet. Die Anlage ist zudem mit einer Enteisungsanlage und einer Rollbrücke für Fußgänger versehen worden.

Kultureller Wert
Bei singulärer Betrachtung des Glückstädter Hafens mit seiner Schleusenanlage wäre aufgrund zahlreicher Umbauten kein besonderer kultureller Wert festzustellen. Anders verhält es sich bei einer Betrachtung des Hafens gemeinsam mit der umgebenden Stadtanlage. Die angrenzende Altstadt mit ihrem Hafen ist als gut erhaltenes Ensemble einer frühneuzeitlichen polygonalen Radialstadt einmalig in Deutschland. Der Hafen besitzt daher als Bestandteil des Stadtdenkmals Glückstadt einen hohen kulturellen Wert. Die erhaltene Slipanlage erinnert an die lange Schiffbautradition und wird vom Förderverein „Rigmor von Glückstadt“ zusammen mit dem Segelschiff betreut.

Lage und Anfahrt
Glückstadt verfügt über einen Bahnanschluss und ist alternativ über die B 431 zu erreichen.

(Jana Frank (www.agil-online.de), erstellt im Auftrag der Arge Maritime Landschaft Unterelbe in Kooperation mit dem Kreis Steinburg, dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und der Lise-Wielatt Münster-Stiftung. Gefördert von der Metropolregion Hamburg, 2018)

Internet
detlefsen-gesellschaft.de (abgerufen 20.11.2018)
glueckstadt.de (abgerufen 20.11.2018)

Literatur

Boldt, Christian (2018)
Glückstadt. die Gründungs- und Baugeschichte bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. In: Der Kulturlandschaftswandel in den Steinburger Elbmarschen, S. 107-115. Glückstadt.
Möller, Hans-Reimer (2005)
Glückstadt. ein Führer durch das Stadtdenkmal und seine Geschichte. Glückstadt.
Stadelmann, Robert (2010)
Den Fluten Grenzen setzen. : Schleswig-Holsteins Küstenschutz ; Westküste und Elbe. Husum.

Glückstädter Hafen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Hafen
Ort
25348 Glückstadt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1619 bis 1620
Koordinate WGS84
53° 47′ 9,27″ N, 9° 25′ 27,49″ O / 53.78591°, 9.4243°
Koordinate UTM
32U 527955.23 5959785.52
Koordinate Gauss/Krüger
3528036.42 5961730.17

Empfohlene Zitierweise

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„Glückstädter Hafen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-289997 (Abgerufen: 23. Mai 2019)
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