Bleierzbergwerk am Kallmuther Berg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Kall , Mechernich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 33′ 44,38″ N: 6° 36′ 20,67″ O / 50,56233°N: 6,60574°O
Koordinate UTM 32.330.429,67 m: 5.603.893,03 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.542.964,26 m: 5.603.133,83 m
  • Bleibergwerk bei Kallmuth (2016)

    Bleibergwerk bei Kallmuth (2016)

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Bleibergbau am Kallmuther Berg
Kallmuth liegt im Bereich der Sötenicher Kalkmulde. Das Triasdreieck der Nordeifel weist an einigen Stellen Blei- und Zinkerze im Sandstein auf, insbesondere innerhalb eines Streifens von Keldenich über Dottel, Scheven, Strempt und Mechernich bis Kommern. Bleiglanz ist das häufigste dort vorkommende Erz. Vermutlich wurden diese Erze schon während der Römerzeit und evtl. sogar schon vorher abgebaut und verwendet worden (Meyer 1986).
Im 17. / 18. Jahrhundert erfolgte der Bleiabbau überwiegend durch Landwirte im Nebenerwerb während der Wintermonate. Die Besitzverhältnisse waren unübersichtlich: Das Gebiet gehörte jeweils teilweise zum Kurfürstentum Köln, zum Herzogtum Jülich, zum Fürstentum Arenberg und zur Grafschaft Blankenheim.

1853 erhielten die Gebrüder Kreuser die Konzession Meinertzhagen, die sich auf den Kallmuther Berg, den Mechernicher Berg und Sittard bezog. Die Blütezeit des Bleibergbaus in diesem Bereich gab es um 1882, als 4000-5000 Arbeiter dort tätig waren. Eine große Bleihütte wurde 1869 gebaut, ihr Kamin hatte eine Höhe von 134 Meter. 1952/53 errichtete die Gewerkschaft Mechernicher Werke Bohrtürme nahe Kallmuth, um das Bleierzvorkommen zu eruieren. Die Preußische Bergwerks- und Hütten AG (Preussag) betrieb das Werk von 1937 bis 1958, bis die Förderung 1957 infolge der abnehmenden Ausbeute und sinkender Bleipreise beendet wurde. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch rund 1200 Personen im Bleierzwerk (Guthausen 1976).

Zu den Förderstätten unter Tage gehörten das Westfeld, der Kallmuther Berg, der Tagebau Virginia und das Bachrevier, darüber hinaus gab es Tagebaue. Das mächtigste und am besten vererzte der vier Flöze im Revier befand sich bei Dottel und Kallmuth (Meyer 1986).
Noch heute ist das Tagebaugelände zwischen Kalenberg und Kallmuth als unbewaldete Freifläche, aus der eine Halde heraussticht, am Berghang weithin sichtbar. Direkt am Rand des Tagebaugeländes Richtung Kallmuth steht ein gesprengter Bunker als stummer Zeuge des Zweiten Weltkriegs.

(Annette Schwabe / Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Literatur

Guthausen, Karl (1976)
Kallmuth - Dorf am Pflugberg. Mechernich.
Meyer, Wilhelm (1986)
Geologie der Eifel. Von Wilhelm Meyer, Bonn. Stuttgart.

Bleierzbergwerk am Kallmuther Berg

Schlagwörter
Ort
53894 Mechernich - Kallmuth
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1600, Ende 1957

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„Bleierzbergwerk am Kallmuther Berg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-283505 (Abgerufen: 12. November 2019)
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