Wyler Meer

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Naturschutz
Gemeinde(n): Kranenburg (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gewässer des Wyler Meers (2016)

    Gewässer des Wyler Meers (2016)

    Copyright-Hinweis:
    Jutta Klevesahl / NABU-Naturschutzstation Niederrhein
    Fotograf/Urheber:
    Jutta Klevesahl
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  • Biberfraßspuren im Wyler Meer (2016)

    Biberfraßspuren im Wyler Meer (2016)

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    Jutta Klevesahl / NABU-Naturschutzstation Niederrhein
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Am ehemaligen deutsch-niederländischen Grenzübergang zwischen Wyler und Beek befindet sich das Wyler Meer. Der Begriff Meer stammt aus dem Niederländischen und bezeichnet im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch ein Binnengewässer. In der westlichen Hälfte verläuft die Bundesgrenze längs durch das Gewässer. Es ist die einzige größere Wasserfläche in der Düffel. 25 Hektar liegen in Deutschland. Der niederländische Teil ist kein Naturschutzgebiet.

Das 2 Kilometer lange und nur 100 bis 150 Meter breite Wyler Meer erstreckt sich am Fuße der steil abfallenden Stauchendmoräne, die hier auf niederländischer Seite liegt. Mit 9 Metern über dem Meeresspiegel ist hier der niedrigste Punkt der Düffel. Höchstwahrscheinlich führte in früheren Jahrhunderten einmal eine Flussschlinge des Rheins bis an die Stauchmoräne heran. Als der Fluss seinen Lauf wieder änderte, wurde die Rinne vom Hauptstrom abgehängt und somit zu einem sogenannten Altarm.

Das Wyler Meer nimmt Wasser aus dem Graben- und Bachsystem im Südteil der Düffel auf, z.B. aus dem Groesbeeker und Kranenburger Bach und den Entwässerungsgräben (Wässerungen, Weteringe) aus dem Kranenburger Bruch, und leitet es in den Ooijpolder weiter, wo es bei Nimwegen in die Waal abgeführt wird. Seit 1933 geschieht dies über das „Niederländisch-Deutsche Pumpwerk“ („het Hollands-Duits-gemaal“).

1852 - 1854 wurde durch die Westspitze vom Wyler Meer der sogenannte Querdamm gebaut, um die Düffel gegen Wasser aus dem Ooijpolder zu schützen. Im Winter ließen die Niederländer, bei Hochwasser der Waal, das Wasser über die niedrigen Deiche in den Ooijpolder strömen. Die Bauern im Ooijpolder hatten nichts gegen das Hochwasser, schließlich konnten ihre fetten Wiesen das Hochwasser mit tonhaltigem Bodenauftrag gut gebrauchen. Den deutschen Bauern, die zu der Zeit überwiegend Ackerbau betrieben, fügte das Hochwasser jedoch enorme Schäden zu. Im Februar 1945 sprengten deutsche Truppen die Schleusen im Querdamm, um den Einmarsch der alliierten Truppen zu behindern. Die Reste der Schleusenanlage sind noch sichtbar.

Das Wyyler Meer ist ein für den unteren Niederrhein repräsentativer und gut ausgestatteter Rhein-Altarm mit gut ausgebildeten Wasserpflanzengesellschaften und typischer Ufervegetation. Das Gewässer ist Überwinterungslebensraum für zahlreiche Wasservogelarten, darunter Krick-, Löffel- und Tafelenten, sowie Gänsesäger und Zwergsäger. Im Wald auf den Hügeln der Stauchendmoräne ist auf niederländischer Seite eine Graureiherkolonie. Heute beherbergt das Wyler Meer als typisches Gewässer der Flussauenlandschaft am unteren Niederrhein große See- und Teichrosenbestände sowie naturnahe Ufersäume mit Schilf und Röhricht, Korb- und Silberweiden und Schwarzerlen.

Biber und Fischotter
Aufgrund der guten Wasserqualität und der ausreichenden Nahrungsverhältnisse zählen auch wieder die Biber und Fischotter zu den Bewohnern des Wyler Meers. In dieser Region galten diese Tiere eine lange Zeit als ausgestorben. Den Weg zurück zu uns fand der Fischotter aus den Niederlanden. Dort wurden durch eine Maßnahme vor einigen Jahren wieder Fischotter eingeführt. Die Heimkehr des Fischotters und des Bibers ist ebenfalls ein Zeichen dafür, dass die Umgebung im Wyler Meer wieder intakt ist.

(NABU-Naturschutzstation Niederrhein, 2018)

Internet
natur-erleben-nrw.de: Natur erleben NRW, Natura 2000, Regionen und Gebiete in NRW, Wyler Meer (abgerufen 28.03.2018)
nrz.de: Erster Fischotter im Kreis Kleve gesichtet (NRZ online vom 05.02.2018, abgerufen 05.03.2018)

Wyler Meer

Schlagwörter
Ort
47559 Kranenburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Koordinate WGS84
51° 48′ 43,73″ N, 5° 57′ 51,66″ O / 51.81215°, 5.96435°
Koordinate UTM
31U 704333.55 5744301.45
Koordinate Gauss/Krüger
2497584.65 5742002.28

Empfohlene Zitierweise

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„Wyler Meer”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276910 (Abgerufen: 22. September 2018)
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