Jüdischer Friedhof in Gauersheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Gauersheim
Kreis(e): Donnersbergkreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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    Jüdischer Friedhof in Gauersheim (2018)

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Der Friedhof liegt an einem Seitenweg (hinter Hauptstraße 39 und 41), der gegenüber der Kirche nach Süden von der Hauptstraße abzweigt. Der Friedhof schließt an Wohnbebauung und Gartengrundstücke an. Die Fläche des um 1770 angelegten Friedhofs wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts deutlich auf insgesamt 1.230 qm erweitert.
Das rechteckige Gräberfeld ist auf drei Seiten von einer Mauer umgeben, die im nördlichen Bereich teilweise eingestürzt ist. Im Westen beschließt ein Zaun den Friedhof. Das schmiedeeiserne Gittertor stammt aus dem Jahr 1874. Zahlreiche Zwetschgenbäume wachsen auf dem Gelände.
Viele der insgesamt 108 erhaltenen Grabsteine sind verwittert oder versunken. Der nördliche Teil des Friedhofs ist der ältere; hier befinden sich 22 Steine. Es sind einfache Stelen mit halbkreisförmigem oder geschweiftem Abschluss und hebräischen Inschriften des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Im südlichen Teil stehen die Steine in zehn Reihen. Es überwiegen hier historisierende, vor allem gotisierend-gründerzeitliche Formen mit Giebelverdachungen und zusätzlichen deutschen Inschriften. Nach der Wende zum 20. Jahrhundert ist ein Materialwechsel von Sandstein zu Granit festzustellen.

Auf dem Friedhof, auf dem auch Vorfahren des Philosophen Ernst Bloch (1885-1977) beigesetzt wurden, fand das letzte Begräbnis 1934 statt. Der Friedhof gilt als wichtiges Zeugnis zur Geschichte nordpfälzischer Landjuden, wegen der großen Anzahl an Inschriften von dokumentarischem Wert (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 15, S. 298).

Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gauersheim
Die jüdische Gemeinde bestand vermutlich seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1802 machten die 111 Juden etwa 20 % der Dorfbevölkerung aus. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner mit gut 170 ihren höchsten Stand. Sie sank anschließend unter Schwankungen auf 25 im Jahr 1900.

Seit etwa 1770 gab es ein Bethaus an der Eselsgasse. Pläne, es durch einen Neubau zu ersetzen, wurden nie realisiert. Stattdessen erfolgten im Lauf der Zeit mehrere Umbauten.

(Johannes Weingart, 2018)

Literatur

Alicke, Klaus-Dieter (2008)
Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 3. S. 1387ff., Gütersloh.
Arnold, Hermann (1986)
Juden in der Pfalz. Vom Leben pfälzischer Juden. S. 27, 135, 181, 183, Landau in der Pfalz.
Frey, Michael (1975)
Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises. Dritter Teil (Unveränderter Nachdruck der 1. Auflage Speyer 1836-1837). S. 278, Pirmasens.
Gemeinde Gauersheim (Hrsg.) (1985)
1150 Jahre Gauersheim 835 - 1985. S. 54ff., Gauersheim.
Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Donnersbergkreis (Stand 15. August 2017). S. 16, Rheinland-Pfalz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Donnersbergkreis (PDF, 5,30 MB), abgerufen am 08.01.2018
Knopp, Werner / Landesarchiverwaltung Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1975)
Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945. In: Statistische Materialien zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung, (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Band 16.) S. 11, 73, 117, Koblenz.
Krienke, Dieter (1998)
Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 15: Donnersbergkreis. S. 298, Worms.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2005)
Synagogen Rheinland-Pfalz - Saarland: "... und dies ist die Pforte des Himmels". (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland; 2.) S. 69, 161ff., Mainz.
Nordpfälzer Geschichtsverein (Hrsg.) (1992)
Jüdisches Leben in der Nordpfalz. Eine Dokumentation des Nordpfälzer Geschichtsvereins. S. 47, 76, 78. S. 31, 60ff., Otterbach.
Unger, Rüdiger (1998)
Die jüdischen Friedhöfe von Albisheim und Gauersheim. In: Donnersberg-Jahrbuch 21, S. 130ff.. Kirchheimbolanden.
Weber, Otmar (2005)
Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz. S. 40f, 74, Dahn.

Jüdischer Friedhof in Gauersheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Bannzaun
Ort
67808 Gauersheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1821
Koordinate WGS84
49° 39′ 31,8″ N, 8° 04′ 15,85″ O / 49.65883°, 8.07107°
Koordinate UTM
32U 432956.81 5501113.65
Koordinate Gauss/Krüger
3433005.24 5502874.93

Empfohlene Zitierweise

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„Jüdischer Friedhof in Gauersheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-275714 (Abgerufen: 21. November 2018)
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