Grenzfluss Issel zwischen Loikum und Dingden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hamminkeln
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Issel bei Hamminkeln (2016)

    Issel bei Hamminkeln (2016)

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    Siewers, Johanna / Biologische Station im Kreis Wesel e.V.
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    Johanna Siewers
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  • Hörerlebnis zur Issel als Grenzfluss bei Hamminkeln in deutscher Sprache (Autorin: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 2'06 Minuten, 4,8 MB, 2017)

    Hörerlebnis zur Issel als Grenzfluss bei Hamminkeln in deutscher Sprache (Autorin: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 2'06 Minuten, 4,8 MB, 2017)

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  • Hörerlebnis zur Issel als Grenzfluss bei Hamminkeln in einfacher Sprache (Autorin: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 1'08 Minuten, 2,6 MB, 2017)

    Hörerlebnis zur Issel als Grenzfluss bei Hamminkeln in einfacher Sprache (Autorin: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 1'08 Minuten, 2,6 MB, 2017)

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    Johanna Siewers
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Viele Jahrhunderte lang war die Issel eine Grenze. Als Fluss eignete sie sich schließlich sehr gut dafür – deutlich sichtbar und nicht ganz einfach zu passieren. Wie alle Flüsse konnte sie natürlich auch Menschen verbinden, schließlich fließt sie ja nach Holland, und dort als Oude Ijssel und Ijssel weiter bis ins Ijsselmeer, aber hier war sie eben vor allem Grenze, und zwar eine ganz schön wichtige.
Schon die Römer sicherten ihren Einflussbereich nach Osten hin an Rhein und Issel durch Grenzbefestigungen. Das Frankenreich – und damit die christliche Welt des frühen Mittelalters – endete links von der Issel, und auch bei der Reichsteilung nach Kaiser Karl dem Großen spielte der Fluss eine Rolle. Als die Idee territorialer Staaten aufkam, stritten sich das Herzogtum Kleve und das Erzbistum Münster um den genauen Verlauf ihrer Grenze hier im Überschwemmungsgebiet des Flusses.

Seitdem ist viel Wasser durch die Issel geflossen. Die Stadt Hamminkeln wurde aus niederrheinischen und westfälischen Dörfern gebildet. Ob dies heute für die Einwohner noch eine Rolle spielt? Tatsächlich kann man die alte Grenze zwischen Niederrhein und Münsterland bis heute hören.
Die Hamminkelner Ortsteile Dingden und Wertherbruch liegen nur 5 Kilometer entfernt, aber eben rechts und links der Issel, und so sprechen die Menschen, die noch damit aufgewachsen sind, einen anderen Dialekt. Sprachforscher sind dem genau auf den Grund gegangen.
Wenn Sie in Dingden ein Brötchen kaufen, klingt es westfälisch, in Wertherbruch dagegen niederrheinisch. Ein Dingdener „Wittbrot“ (Weißbrot) wird in Wertherbruch schon „Wegge“ oder „Stute“ genannt. Einen westfälischen „Twieback“ (Zwieback) erhalten Sie in Wertherbruch unter dem Namen „Beschütt“.
Glauben Sie es nicht? Schlagen Sie in Wertherbruch doch mal das „Blatt“ auf, die Dingdener würden dazu eher „Zeitung“ sagen.

Beispielhaft ist hier der Bereich der Issel unter „Lage“ digitalisiert, der zwischen Loikum und Dingden bis zur Westfalenstraße verläuft.

(Saskia Löbner, mobile discovery, erstellt in Kooperation mit der Biologischen Station im Kreis Wesel e.V. im Rahmen des Projektes „Verborgene Schätze inklusiv“. Ein Projekt des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft, 2017)

Literatur

Cornelissen, Georg; Schaars, Alexander; Sodman, Timothy (1993)
Dialekt à la carte: Dialektatlas Westmünsterland – Achterhoek – Liemers – Niederrhein. Ergebnis einer Untersuchung zur vergleichenden Dialektforschung. o. O.

Grenzfluss Issel zwischen Loikum und Dingden

Schlagwörter
Ort
Hamminkeln
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Koordinate WGS84
51° 46′ 31,34″ N, 6° 34′ 20,98″ O / 51.77537°, 6.57249°
Koordinate UTM
32U 332529.26 5738842.61
Koordinate Gauss/Krüger
2539556.97 5738065.35

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„Grenzfluss Issel zwischen Loikum und Dingden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-268902 (Abgerufen: 19. November 2018)
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