Gemeinde Nonnweiler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Grimburg, Gusenburg, Hermeskeil, Neuhütten (Rheinland-Pfalz), Nohfelden, Nonnweiler, Tholey, Wadern, Züsch
Kreis(e): Merzig-Wadern, St. Wendel, Trier-Saarburg
Bundesland: Rheinland-Pfalz, Saarland
Geschichte
Der Ort Nonnweiler entstand in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts, da im Norden und Süden Tholeyer, also nicht-trierischer Herrschaftsbereich existierte. Aus diesem Grund wurde das Kloster Pfalzel in Nonnweiler errichtet, welches einen Keil zwischen Hermeskeil und Kastel treiben sollte. Neben diesem Kloster wurden weitere Häuser errichtet, die wahrscheinlich Leibeigenen und Abhängigen des Klosters gehörten. Daraus entwickelten sich Hofgüter, die damals unteilbar waren. Das heißt, sie wurden an ein Kind, meist das Erstgeborene, übertragen. Die restlichen Geschwister gingen leer aus, sodass sie wegzogen oder als Magd beziehungsweise Knecht dienen mussten. Durch dieses Erbrecht konnte sich Nonnweiler nicht weiterentwickeln.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts blieb Nonnweiler ein Bauerndorf. Struktur sowie die Einwohnerzahl verharrten auf einem vergleichbaren Niveau, bis sich der Wandel zum gemischten Arbeiter- und Bauerndorf vollzog. Ursächlich dafür war die Entwicklung einer Vielzahl von Nagelschmieden und Eisenschmelzen in der Gegend um Nonnweiler.

Der Stellenwert der Landwirtschaft sank dabei insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. Heutzutage gibt es lediglich noch einen landwirtschaftlichen Betrieb in Nonnweiler.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Gemeinde stark zerbombt. Durch den folgenden Wiederaufbau erhielt der Ort eine neue Infrastruktur.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Tourismus in Nonnweiler eine starke Förderung. Die Verleihung des Titels „heilklimatischer Kurort“ begünstigte diese Entwicklung zusätzlich. Der Aufschwung durch den Tourismus war jedoch nicht anhaltend, die Entwicklung ist in den letzten Jahren rückläufig. Zur Steigerung der Attraktivität wurde vor einigen Jahren eine Ortskernsanierung beschlossen und bereits begonnen. Allerdings schreitet sie nur langsam voran. Außerdem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Dienstleistungsbereich stark ausgebaut, der heutzutage als Haupterwerbszweig dient. Zudem gründete sich ein medizinisches Versorgungszentrum mit vier Ärzten und einem Heilpraktiker.

Die Tradition der um Nonnweiler gelegenen alten Eisenschmelzen und Nagelschmieden sind heute noch in einer Vielzahl metallverarbeitender Betriebe erkennbar.

Nach der Gebietsreform im Jahre 1974 wurde die selbstständige Gemeinde Nonnweiler mit den Gemeinden Bierfeld, Branshausen, Kastel, Nonnweiler, Otzenhausen, Primstal, Schwarzenbach und Sitzerath zur Großgemeinde Nonnweiler zusammengelegt.

Der Ortsname
Um den Ursprung des Ortsnamens ranken sich viele Geschichten. Häufig ist zu lesen, dass der erste Teil des Namens „Nonn“ eine Ableitung des Wortes „Nonne“, also einer Klosterfrau, ist. „Weiler“ wird als altdeutsches Wort für Hof oder Hofgut gesehen. Das heißt Nonnweiler wäre aus einem oder mehreren Hofgütern entstanden, die ursprünglich zum Kloster gehörten. Eine weitere Herleitung könnte von den Wörtern „Numvilre“ bzw. „Nunvilre“ stammen, die in zwei Lehnsgegenbriefen aus den Jahren 1323 und 1330 gefunden wurden. Sie bedeuten „Neuweiler“. 1604 wird der Ort als „Nunweiler“ bezeichnet, sodass die zweite Überlegung wahrscheinlicher erscheint. Möglich ist allerdings auch eine Mischung beider Bedeutungen.

Wappen der Gemeinde Nonnweiler
Das Wappen der Gemeinde zeigt einen roten Hirschkopf mit einem vierzehnendigen Geweih, zwischen dem ein rotes Kreuz liegt, dessen Balkenenden durch einen roten Ring verbunden sind. Der Hirschkopf mit dem Kreuz ist ein Symbol für den heiligen Hubertus, der bereits seit dem Mittelalter der Patron der Pfarrkirche in Nonnweiler ist.

Im Ort existiert die einzige Hubertusbruderschaft des Bistums Trier. Sie kann seit 1759 nachgewiesen werden. Noch heute befinden sich Beweisstücke der alten Hubertusverehrung im Pfarrhaus in Nonnweiler. Dazu gehören der Hubertusschlüssel aus dem 13. Jahrhundert, das Hubertushorn und eine Barockstatue des heiligen Hubertus, die um 1750 entstanden ist. Der Kreis um das Kreuz in dem Wappen soll die Kopfform des Nonnweiler Hubertusschlüssels widergeben.

(Jennifer Grzenia und Theresa Zeiler, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Literatur

Jost, Antonius (1958)
Woher kommt der Ortsname Nonnweiler. In: 140 Jahre Amt Nonnweiler. Heimatgeschichte der Gemeinden des Amtsbezirks und ihre Entwicklung bis in unsere Tage. Band I, S. 96-99. Nonnweiler.
Ludwig, Helmut (1994)
Der Name Nonnweiler. In: Geschichte von Nonnweiler, S. 49-51. Nonnweiler.
Ludwig, Helmut (1994)
Die Unteilbarkeit der Güter zu Nonnweiler. In: Geschichte von Nonnweiler, S. 99-100. Nonnweiler.
Ludwig, Helmut (1994)
Nonnweiler im Wandel der Zeit. In: Geschichte von Nonnweiler, S. 209-211. Nonnweiler.
Schüßler, Gunther / Kreissparkasse St. Wendel (Hrsg.) (1982)
Die Gemeinde und ihre Ortsteile. In: Gemeinde Nonnweiler. Im St. Wendeler Land, (Heimatkundliche Lesehefte.) S. 4-23. St. Wendel.

Gemeinde Nonnweiler

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 900
Koordinate WGS84
49° 36′ 29,64″ N, 6° 57′ 49,69″ O / 49.60823°, 6.9638°
Koordinate UTM
32U 352894.22 5497064.97
Koordinate Gauss/Krüger
2569704.25 5497280.92

Empfohlene Zitierweise

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„Gemeinde Nonnweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-265507 (Abgerufen: 15. August 2018)
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