Kirche St. Marien in Budberg

Ehemalige Turmwindmühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Rheinberg
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die St. Marien Kirche in Rheinberg-Budberg (2016)

    Die St. Marien Kirche in Rheinberg-Budberg (2016)

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    Siewers, Johanna / Biologische Station im Kreis Wesel e.V.
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    Johanna Siewers
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Die alte Mühle in Rheinberg-Budberg hat eine ebenso wechselvolle wie ungewöhnliche Geschichte. Einst im Jahr 1833 als Turmwindmühle zum Mahlen des Getreides auf der Budberger Heide errichtet, brannte die Mühle 1911 ab. Dann kaufte die Raiffeisenbank die Mühle, die den Betrieb mit elektrischem Antrieb noch einige Jahre fortführte. Anschließend verfiel die Mühle über die Jahre, bis im Jahr 1932 die nationalsozialistische Sturmabteilung dort ein Heim einrichtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl Budbergs stark durch zugezogene Flüchtlinge, so dass unter anderem die Siedlung „Spanische Schanzen“ ab dem Jahr 1951 entstand. Es musste also eine neue katholische Kirche her, und deswegen wurde 1947 ein Kapellenbauverein gegründet. Der Verein kaufte die Mühle von der Raiffeisenbank und baute sie 1948/49 zu einer Kirche um.

Am 8. Mai 1949, auf den Tag genau vier Jahre nach der deutschen Kapitulation, wurde die Kirche vom Münsteraner Weihbischof geweiht. Sogar ein eigenes Gedicht wurde ihr aus Anlass der Einweihung gewidmet:
„Wo einst eine Mühle stand, / die ragte weit hinaus ins Land,
steht jetzt ein Kirchlein schlicht und fein, / von Moos bekränzt ihr alt Gestein.“


Bergschäden führten 1985 zu größeren Reparaturarbeiten, es wurde eine Million D-Mark für die Wiederinstandsetzung ausgegeben.

So mussten fast 400 Jahre vergehen, bis Budberg wieder eine katholische Kirche bekam – die einst dem St. Lambertus und der St. Gertrud geweihten Kirche fiel im Zuge der Reformation im Jahr 1568 an den reformierten Landesherrn, den Grafen von Moers. Aus einer Mühle wird eine Kirche – das ist einmalig am Niederrhein.

(Stefan Kronsbein, erstellt in Kooperation mit der Biologischen Station im Kreis Wesel e.V. im Rahmen des Projektes „Verborgene Schätze inklusiv“. Ein Projekt des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege, 2017)

Literatur

Köhnen, Gerhard (1971)
Chronik der Gemeinde Budberg Kreis Moers. S. 224 - 226, o. O.
Sommer, Susanne (1991)
Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins. Die Wind und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814 - 1914). (Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland 19.) S. 192, Köln.
Thissen, Werner (1993)
Das Bistum Münster. Bd. III: Die Pfarrgemeinden. S. 659-660. S. 668 - 671, Münster.
Vogt, Hans (2005)
Die Rheinischen Windmühlen. S. 203 - 205, Krefeld.

Kirche St. Marien in Budberg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Marienplatz 3
Ort
47495 Rheinberg - Budberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1833
Koordinate WGS84
51° 31′ 49,55″ N, 6° 38′ 21,51″ O / 51.53043°, 6.63931°
Koordinate UTM
32U 336257.45 5711455.1
Koordinate Gauss/Krüger
2544407.2 5710852.04

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„Kirche St. Marien in Budberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264190 (Abgerufen: 16. August 2018)
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