Schloss Crottorf

Wasserschloss Crottorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Friesenhagen
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Torhaus Schloss Crottorf

    Torhaus Schloss Crottorf

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    Annette Heusch-Altenstein / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Annette Heusch-Altenstein
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Die Anlage von Schloss Crottorf liegt malerisch inmitten eines großen Teiches im engen Tal des Wildenburger Baches. Sie besteht aus einem Torturm, einer Vorburg und dem dreiflügeligen Herrenhaus. Die Anfänge reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück.

Im Jahr 1261 tritt ein Ritter Ludwig von Crottorf als Lehnsmann der Herren von Wildenburg in Erscheinung. Einer seiner Nachfahren, Johann von Seelbach-Crottorf (gestorben 1563), baute die Wasserburg zu einer ansehnlichen Schlossanlage um, indem er das Haupthaus zu einer Zweiflügelanlage erweiterte und zwei runde Geschütztürme anfügen ließ. Durch die Ehe seiner Tochter gelangte das Schloss 1563 in den Besitz des Hauses Hatzfeldt. Sebastian l. wurden auf Crottorf drei Söhne geboren. Melchior, gleichwohl „ein unbegabter Kommissknopf”‚ wurde im Dreißigjährigen Krieg kaiserlicher Feldmarschall. Franz, der Zweitgeborene, erlangte die Bischofswürden von Würzburg und Bamberg. Hermann, der Jüngste, verwaltete die Familiengüter. Ab den 1660er-Jahren erweiterte er das Haupthaus um einen dritten Flügel und betonte die Gebäudekanten mit zwei weiteren Rundtürmen. Durch Laternenbekrönungen entstand eine bewegte Dachlandschaft, für die offenbar Schloss Chambord an der Loire Vorbild war.

Für die Innenausstattung zog Hermann den italienischen Stuckateur Giovanni Domenico Rosso heran. Die Arbeiten kamen mit der Errichtung eines mächtigen Torturms 1684/85 zu einem Abschluss. Eine weitere Umbauphase folgte 1720-22, als die Stuckateure Carlo Serena und Joseph Arterio den großen Saal und verschiedene Privaträume mit Stuckdecken ausstatteten. Nach dem Tod der Grafenwitwe Anna Elisabeth im Jahre 1726 blieb das Schloss fast ungenutzt. Es wurde erst 1923-27 wieder hergestellt und dient heute Graf Hermann von Hatzfeldt-Wildenburg und seiner Familie als Wohnsitz. Umgeben wird das Schloss von einem Landschaftsgarten, der wie die Innenhöfe gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden kann. Am Westhang des Wildenburger Baches lässt sich in Höhe des Schlosses der Rest einer 1368 bezeugten Zollstation ausmachen - eine imposante Wallanlage, die mehrere Hohlwege schneidet.

(Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2007)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen, Band 5: In 7 Etappen von Marburg über Siegen nach Köln. S. 142-143, Köln.

Schloss Crottorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Krottorf 2
Ort
51598 Friesenhagen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1200 bis 1300
Koordinate WGS84
50° 54′ 20,31″ N, 7° 47′ 17,15″ O / 50.90564°, 7.7881°
Koordinate UTM
32U 414790.21 5640031.32
Koordinate Gauss/Krüger
3414830.82 5641847.4

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„Schloss Crottorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-258376 (Abgerufen: 20. August 2018)
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