Hörlebachtal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Steffenberg
Kreis(e): Marburg-Biedenkopf
Bundesland: Hessen
  • Hörlebachtal zwischen Oberhörlen und Niederhörlen (2004)

    Hörlebachtal zwischen Oberhörlen und Niederhörlen (2004)

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    Heusch-Altenstein, Annette
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    Annette Heusch-Altenstein
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Das Hörlebachtal bietet optimale Lebensbedingungen für eine bedrohte Schmetterlingsart, den Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Aus diesem Grund wurde das Tal durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie nach europäischem Recht unter Schutz gestellt.

In den Monaten Juni und Juli lässt sich im Hörlebachtal, zwischen Nieder- und Oberhörlen, der Wiesenknopf-Ameisenbläuling aus der Familie der Bläulinge beobachten. Zu erkennen sind die Männchen mit der graublauen und das Weibchen mit der dunkelbraunen Oberseite an den schwarzen „Augen“ mit weißer Umrandung auf der zimtfarbenen Flügelunterseite. Der Beiname Wiesenknopf weist schon auf die enge Verbundenheit mit der gleichnamigen, lateinisch „sanguisorba officinalis“ genannten Pflanze hin. Auf ihr legen die Falter ihre Eier ab und wenn die Raupen geschlüpft sind, ernähren sie sich von den Blüten des Wiesenknopfs, bis sie drei Millimeter lang sind und dessen rote Farbe angenommen haben. Dann lassen sie sich zu Boden fallen und warten auf die rot-gelbe Knotenameise, welche die Raupen wegen der Ähnlichkeit in Gestalt und Geruch mit der eigenen Brut in ihr Nest verschleppt. Ist die Schmetterlingsraupe einmal „adoptiert‘, hat sie ausgesorgt. Bis zu 600 Ameisenlarven vertilgt sie während ihrer zehnmonatigen Überwinterung im warmen, sicheren Ameisenbau. Im Juni des Folgejahres verpuppt sich die Raupe, um nach 25 Tagen als Falter so schnell wie möglich ans Tageslicht zu gelangen.

Nur ganz bestimmte, heute rar gewordene Lebensräume garantieren das Überleben dieser Schmetterlingsart: wechselfeuchte Wiesen, auf denen der Große Wiesenknopf heimisch ist und die zugleich Kolonien der Wirtsameise beherbergen. Diese Orte sind selten geworden, da der Wiesenknopf heute vielfach durch Überweidung, Verbuschung, Herbizideinsatz oder Überdüngung verdrängt wurde. Darüber hinaus kann auch der falsche Zeitpunkt der Mahd sämtliche auf den Blüten des Wiesenknopfs befindlichen Eier und Larven vernichten, sodass das Vorkommen des Falters auf einer Wiese mit einem Schlag ausgelöscht wird. Die Wiesen im Hörlebachtal werden daher auf schonende, traditionelle Weise genutzt.

(Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2007)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen, Band 5: In 7 Etappen von Marburg über Siegen nach Köln. S. 64-65, Köln.

Hörlebachtal

Schlagwörter
Ort
35239 Steffenberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Koordinate WGS84
50° 50′ 18,8″ N, 8° 25′ 43,16″ O / 50.83856°, 8.42865°
Koordinate UTM
32U 459770.09 5632027.59
Koordinate Gauss/Krüger
3459828.41 5633840.93

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„Hörlebachtal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-258314 (Abgerufen: 17. Februar 2018)
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