Burg Lahneck in Oberlahnstein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Lahnstein
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Die Burg Lahneck wurde in den 1340er Jahren von Erzbischof Siegfried v. Eppstein errichtet. Er nannte sie „Lonekke“. Sie wurde mit einem Zollprivileg ausgestattet. Ein ritterlicher Burggraf wohnte damals in der Burg, manchmal hielten sich dort auch adelige Burgmannen auf. Lonekke verfügte über Wächter und Pförtner. Die Burg umgibt ein viereckiger Mauergürtel. Zum höheren Schutz wurden Rundtürme an den Südecken errichtet. Da an der Angriffsseite im Süden der Fels nicht steil abfällt, wurde ein 8 m breiter Graben angelegt. Die Schildmauer wurde an der Angriffsseite durch einen fünfeckigen Bergfried gesichert. Der Bergfried ermöglichte es dem Turmwächter, den Graben zu bewachen. Dort war auch das Verlies untergebracht. An den Bergfried schließen sich seitlich die Wohngebäude an. Eine Burg trägt zur Sicherheit des Landes, der Stadt und der Zollstätten wie sie Lahnstein hatte, bei. Der Zugang zur Burg wurde auf der westlichen Seite angelegt. Vor diesem sicherte eine Brücke mit Graben die Burganlage.

Der Kapellenbau erfolgte 1386 und befindet sich an der östlichen Seite. Es war „ (…) ein stattlicher Bau von 15:8:16 Meter, bestehend aus einem im Achteck geschlossenen Rechteck, mit zwei seitlichen Ausbauten in Form halber, übereck stehender Quadrate an den Langseiten“ (Michel 1982, S. 134). Darüber hinaus war sie mit sieben Spitzbogenfenstern ausgestattet. Sie wurde u.a. der Muttergottes und dem heiligen Udalrich geweiht. Heute stehen dort noch der Altar aus dem 15. Jahrhundert sowie eine Bibel aus dem 18. Jahrhundert.

Die Burg weist im Laufe der Jahrhunderte mehrere Besitzer vor. Im Jahr 1464 erhielt sie Diether von Isenburg, der seinen Bruder namens Johann zum Burggrafen ernannte. Diether von Isenburg verstärkte die Burg im Süden und Westen durch einen weiteren Mauerring. Darüber hinaus wurde ein Zwinger angelegt. An dem Tor, das an der Ostseite errichtet wurde, ist heute noch das „Isenburgische Wappen“ erkennbar. Das Burglehen verpflichtete mächtige Herren sowie Adelige zur Verteidigung der Burg. Lahneck hatte mehrere Burgmannen, darunter die Grafen von Sayn sowie die Grafen von Katzenelnbogen.
Die Burg Lahneck verlor an Bedeutung, als das Zollschloss und die Stadtmauern errichtet wurden. Die Burg wurde mehrere Male besetzt: Im 17. Jahrhundert nahmen die Spanier die Burg für einen längeren Zeitraum ein. Nach dem Einrücken der Schweden in Koblenz am 21. Juni 1632 zogen Spanier von Lahneck ab und die Schweden ein.
Auch Goethe war von der Burg Lahneck und ihrer Lage beeindruckt und schrieb bei seinem Aufenthalt mit Lavater und Basedow in Lahnstein ein Gedicht, das den Namen „Geistesgruß“ trägt:

„Hoch auf dem alten Thurne steht,
Des Helden edler Geist“ (…)„
(Goethe 1881, S. 110).

Die Burg Lahneck wurde im Laufe der Jahre stark mitgenommen und zerfiel mit der Zeit. Herr Morartry war Direktor der Rechts-Rhein-Eisenbahngesellschaft und kaufte die Burg, sodass er mit den Renovierungen 1852 begann, welche dann ein Herr namens Göde vollendete.
Seit dem Jahre 1907 gehört die Burg der Familie des kaiserlichen Vizeadmirals namens Robert Mischke. Die Burg kann besichtigt werden. Erhalten ist die Burgküche mit der Feuerstelle, auf der früher die Mahlzeiten gekocht wurden. In der Küche befindet sich ein 15 m tiefer Brunnen mit Grundwasser, sodass die Bewohner keine weiten Wege zurücklegen mussten, um Wasser zu holen. Darüber hinaus ist die Küche mit einem Spülstein aus dem 15. Jahrhundert ausgestattet. Heute kann man durch die Küche zum Burgverlies gelangen. Dies war früher nicht möglich. Der Turm des Burgverlieses ist 30 m hoch und kann besichtigt werden. Auf dem Plateau des Turms soll einer Sage zufolge die “M. Idilia Dubb„ im Jahr 1851 umgekommen sein, da das zierliche Mädchen es schaffte, die wackelige Treppe zu besteigen, welche dann in sich zusammenbrach. Sie schrieb ein Tagebuch, während sie vergebens auf Hilfe wartete.
In einem der Burgzimmer steht heute noch das Kinderpuppentheater und zeigt, über welche Spielsachen die damaligen Kinder verfügten.

Das Objekt “Burg Lahneck„ in Oberlahnstein ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis, S. 53).

(Milena Bagic, Universität Koblenz-Landau, 2016 / Mit freundlichen Hinweisen der Burgführung)

Internet
Lahneck: http://www.burg-lahneck.de/index.html abgerufen am 25.10.2016

Literatur

Bach, Adolf (1993)
Goethes Rheinreise mit Lavater und Basedow im Sommer 1774. Dokumente. S. 1-155. Egelsbach.
Eisenbarth, Wili (1994)
Historische Stätten und Sehenswürdigkeiten in Lahnstein. ein Lahnsteiner Stadtführer. Lahnstein.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2016)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rhein-Lahn-Kreis (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis vom 04. Mai 2016). S. 53, Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Rhein-Lahn-Kreis (PDF), abgerufen am 20.10.2016
Michel, Fritz; Bucher, Peter (1982)
Geschichte der Stadt Lahnstein. S. 134-138, Lahnstein.
Wegeler, Julius (1881)
Lahneck und Oberlahnstein. Ein Beitrag zur Specialgeschichte der Rheinlande. Trier.

Burg Lahneck in Oberlahnstein

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1340 bis 1349, Ende nach 2016
Koordinate WGS84
50° 18′ 22,84″ N, 7° 36′ 42,35″ O / 50.30634°, 7.61176°
Koordinate UTM
32U 401144.64 5573614.03
Koordinate Gauss/Krüger
3401180.22 5575403.8

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„Burg Lahneck in Oberlahnstein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252516 (Abgerufen: 19. November 2018)
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