Naturschutzgebiet „Morsum-Kliff“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Naturschutz
Gemeinde(n): Sylt
Kreis(e): Nordfriesland
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Lage des Morsum-Kliffs, eines der ältesten Naturschutzgebiete Schleswig-Holsteins, im 3-D Laserscan (2012, Kartengrundlage: GeoBasis-DE/LVermGeo SH).

    Lage des Morsum-Kliffs, eines der ältesten Naturschutzgebiete Schleswig-Holsteins, im 3-D Laserscan (2012, Kartengrundlage: GeoBasis-DE/LVermGeo SH).

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    GeoBasis-DE / LVermGeo SH / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein
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    Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein; GeoBasis-DE/LVermGeo SH
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  • Mit Text erläuterte Abbildung zu einer Brandgrube am Morsum-Kliff im Querschnitt (2012).

    Mit Text erläuterte Abbildung zu einer Brandgrube am Morsum-Kliff im Querschnitt (2012).

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    Segschneider, Martin / Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein
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    Martin Segschneider
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  • Erläuterte Abbildung eines silbernen Armrings aus der Wikingerzeit (2012).

    Erläuterte Abbildung eines silbernen Armrings aus der Wikingerzeit (2012).

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    Dannenberg, Claudia / Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
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    Claudia Dannenberg
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Das Morsum-Kliff ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Schleswig-Holsteins. Neben der bedeutenden Geologie und der Tier- und Pflanzenwelt, ist es die außergewöhnliche Vielfalt an archäologischen Denkmalen, die das Morsum-Kliff so eindrucksvoll machen. Natur- und Denkmalschutz ziehen hier an einem Strang, um dieses Erbe zu schützen und zu erhalten.

Nahe des Morsum-Kliffs wurden in den letzten Jahren mehrere Flintgeräte geborgen, die eine Besiedlung der späten Altsteinzeit (12.500 – 9700/9600 v. Chr.) anzeigen. Außerdem liegen Besiedlungsspuren vor, die der Jungsteinzeit zuzuordnen sind (4100 – 1700 v. Chr.).
Die Jungsteinzeit ist durch eine zunehmend bäuerliche Lebensweise geprägt – die Menschen entwickelten sich von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern. Auf den Kuppen in der ausgedehnten Heidelandschaft überragen Grabhügel als Zeugen der Geschichte weithin sichtbar Land und Meer.
In der Bronzezeit (1700 – 550/500 v. Chr.) bestatteten die Menschen ihre Verstorbenen in diesen imposanten Grabhügeln, die über Generationen weiter genutzt wurden. Aus der Wikingerzeit (800 – 1066 n. Chr.) stammen die ausgedehnten Hügelgräberfelder vor allem westlich dieses Standortes. Diese Hügel sind meist bedeutend kleiner, dafür auch zahlreicher als die der Bronzezeit. Sie enthalten Einzelbestattungen.

Insgesamt gab es einst wohl bis zu 1.500 Grabhügel auf Sylt, von denen der Großteil jedoch durch Grabungen, landwirtschaftliche Tätigkeit und Baumaßnahmen zerstört worden ist. Das Gebiet am Morsum-Kliff ist mit seiner außergewöhnlich hohen Grabhügeldichte eine der besterhaltenen Sakrallandschaften Deutschlands. In den zahlreichen Bestattungen spiegelt sich die jahrtausendelange Besiedlung einer weitgehend vom Meer umschlossenen Siedlungskammer wider.

Im Jahre 2008 führte das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein südlich der Bahnlinie auf einer zur Golfplatzerweiterung vorgesehenen Fläche archäologische Untersuchungen durch. Klare Besiedlungsspuren zeigten sich auf den höher gelegenen Bereichen der Untersuchungsfläche; zahlreiche Brandgruben des Jungsteinzeit und der Bronzezeit wurden entdeckt, die unzählige Muschelschalen enthielten. Des Weiteren konnte ein kleiner Grabhügel untersucht werden, der wahrscheinlich in enger Beziehung zu den wikingerzeitlichen Grabhügeln nördlich der Bahnstrecke steht.

Am Südrand des Naturschutzgebietes liegen in einer Heidefläche sogenannte Wölbäcker als längliche, flach gewölbte Ackerbeete. Sie zeugen von intensiver mittelalterlicher Landwirtschaft. Bei flachem Licht und auf Luftbildern sind sie noch deutlich zu erkennen.

Sowohl die Grabhügel als auch die Wölbacker genießen als eingetragene Kulturdenkmale besonderen Schutz.

(Dirk Weyand, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, 2015)

Naturschutzgebiet „Morsum-Kliff“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Nösistig / Üp Klef 13
Ort
25980 Sylt-Ost - Morsum
Fachsicht(en)
Archäologie, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn -12500
Koordinate WGS84
54° 52′ 25,25″ N, 8° 27′ 37,14″ O / 54.87368°, 8.46032°
Koordinate UTM
32U 465369.08 6080868.39
Koordinate Gauss/Krüger
3465422.78 6082859.74

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„Naturschutzgebiet „Morsum-Kliff“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245899 (Abgerufen: 19. November 2018)
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