„Häuser Kran“ Sankt Goarshausen

Häusener Kran

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Sankt Goarshausen
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
1917 wurde der Häuser Kran als Portaldrehkran von der Firma Maschinenfabrik Jäger (Duisburg) im Auftrag der Firma Rhenus erbaut. Er wurde von drei Motoren angetrieben. Ein Motor bewegte den Kran auf der 150 Meter langen Kranbahn, die in Bogenform dem Rheinverlauf anpassend parallel zum Ufer verläuft. Ein weiterer Motor drehte den Aufbau auf dem hochbeinigen Untergestell um 360 Grad um die eigene Achse. Der letzte Motor trieb die Winde an. So konnte der Kran in allen Richtungen und Höhen arbeiten. Sein Ausleger maß anfangs 20 Meter, musste dann aber auf 25 Meter verlängert werden. Das war nötig geworden, da die immer größer werdenden Schiffe nicht mehr nah genug an das Rheinvorgelände heranfahren konnten. Durch den längeren Ausleger waren auch höhere Gegengewichte notwendig, die ihrerseits von 46 Tonnen auf 48 Tonnen erhöht wurden. So betrug die maximale Traglast 10 Tonnen, bis sie 1982 auf 8 Tonnen reduziert wurde. In einigen Bereichen des Auslegers war Korrosion festgestellt und eine Instandsetzung als nicht wirtschaftlich bewertet worden. 1999 wurde der Kran nach 82 Jahren außer Dienst gestellt.

Am Rhein bei Sankt Goarshausen wurden hauptsächlich Steine, Koks, Getreide (für die vielen Mühlen in Sankt Goarshausen) und Sand bzw. Kies verladen. Daher sagten einige Sankt Goarshäuser auch, dass man sich „am Kies“ trifft, wenn man den Kran meinte. Weiterhin wurde er zur Leichterung zu tief liegender Schiffe genutzt. Liegen Schiffe (je nach Wasserstand des Rheins) zu tief und droht im schlimmsten Fall Havarie so werden Schiffe geleichtert. Dabei wird ein Teil der Ladung an Land geholt oder an andere Schiffe verteilt. Aufgrund der geringeren Ladung liegt dann das Schiff weniger tief. So können im besten Fall Schäden an Schiffen, Fracht und der Umwelt vermieden werden.

Seit fast 100 Jahren ist der Kran nun im Besitz der Firma Rhenus Logistics. Nach der Stilllegung 1999 stand zuerst der Abriss des Krans und die Renaturierung des Rheinvorgeländes auf dem Plan. Doch am 04.10.2001 gründete sich der Förderverein „Häusener Kran“ zur Erhaltung des Krans als Industriedenkmal. Am 16.01.2002 erteilte das Finanzamt Koblenz die Gemeinnützigkeit. Das Landesdenkmalamt bewertete den Kran als wertvolles Objekt und stellte ihn daraufhin unter Denkmalschutz. Ab diesem Zeitpunkt werden verschiedene kleinere und größere Projekte angestoßen, die die Erhaltung des Krans und den Ausbau als Museum zum Ziel haben. Aktuell gibt es Bemühungen Fördermittel des Bundes zur Umgestaltung des Rheinvorgeländes und des Krans zu beantragen. Geplant ist, den Kran zu seinem 100. Geburtstag, im Jahre 2017, der Öffentlichkeit als weiteren touristischen und kulturellen Höhepunkt am Mittelrhein zu präsentieren.

(Manuel Schellhas, Universität Koblenz-Landau, 2015, freundliche Hinweise von Herrn Werner Bonn, Archivar der Stadt Sankt Goarshausen, 2015)

Internet
haeusener-kran.de: Der Häusener Kran (abgerufen 28.10.2015)
www.detlevpilger.de: Neues zum Kran, Sanierung wird beantragt (abgerufen 28.10.2015)
www.rhein-zeitung.de: Denkmal - Häusener Kran darf am Standort bleiben (Rhein-Zeitung vom 08.08.2014, abgerufen 28.10.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rhein-Lahn-Kreis (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis vom 22. April 2013). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Rhein-Lahn-Kreis.pdf, abgerufen am 05.01.2014

„Häuser Kran“ Sankt Goarshausen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rheinstrasse 44 gegenüber
Ort
56346 Sankt Goarshausen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1917
Koordinate WGS84
50° 08′ 58,35″ N, 7° 43′ 32,19″ O / 50.14954°, 7.72561°
Koordinate UTM
32U 408953.07 5556034.92
Koordinate Gauss/Krüger
3408991.75 5557817.8

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„„Häuser Kran“ Sankt Goarshausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-244650 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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