Denkmalbereich „Alter Friedhof an der Kerkener Straße“ in Kempen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Kempen
Kreis(e): Viersen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 22′ 5,69″ N: 6° 25′ 0,63″ O / 51,36825°N: 6,41684°O
Koordinate UTM 32.320.192,74 m: 5.693.943,86 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.529.072,41 m: 5.692.696,67 m
Nördlich des historischen Stadtkerns von Kempen an der Ausfallstraße Richtung Kerken liegt der Alte Friedhof. Er besteht aus dem alten evangelischen Friedhof und dem alten katholischen Friedhof.

Der Friedhof, heute als öffentlicher Park genutzt, wurde nach 1800 im Zuge der allgemeinen Schließung der Kirchhöfe in den Ortskernen außerhalb des Ortes Kempen neu angelegt. Er ist heute der älteste erhaltene Friedhof von Kempen und weist eine hohe Dichte von historischen Grabstätten auf, darunter zahlreiche Grabstätten von für den Ort und die Region bedeutsamen Persönlichkeiten.

20 Grabstätten oder Grabsteine sind denkmalwert, so auch das Hochkreuz mit 10 Priestergrüften und liegenden Grabsteinplatten für die wichtigsten katholischen Geistlichen des 19. und 20. Jahrhunderts. Vier Priestergräber des Evangelischen Friedhofs liegen an der beide Bereiche trennenden Hecke. 22 Grabstätten oder Grabsteine sind aus historischen Gründen erhaltenswert.

Die Anlage lässt im Zusammenhang von Grabstätten, Wegesystem, umgebender Mauer, gliedernden Hecken, prägendem Bewuchs die Geschichte des Friedhofs ablesen und ist zusammen mit den Grabstätten insgesamt ein Dokument zur Ortsgeschichte. Der Denkmalbereich definiert und betont diese bedeutsame Gesamtaussage.

Ziel ist der Schutz des Friedhofs als ein Ganzes in Struktur und Substanz aus den beiden historischen Teilen, insbesondere in der Grundstruktur der Friedhofsanlage mit Eingangstor, Ziegelsteinmauer, in der Gliederung in eine schematische Wegeführung mit gereihten Grabstätten, in der Wegeausbildung in unterschiedlicher Breite mit wassergebundener Decke, in einer Hauptachse mit Hochkreuz, in der Unterteilung in geometrische Felder, Einfriedung in Form von geschnittenen Hecken, in den einzelnen Grabstätten, insbesondere den historischen denkmalwerten und den erhaltenswerten und in dem prägenden Baumbestand (Zypressen, Trauerweiden).

Der Friedhof ist von Bedeutung für die Ortsgeschichte, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Religions- und Kulturgeschichte und für die städtebauliche Entwicklung von Kempen.
Die Anlage vermittelt mit dichter Substanz die historische Bedeutung anschaulich, so dass sowohl aus orts- und religionsgeschichtlichen als auch aus städtebaulichen Gründen an der Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.

Die Denkmalbereichssatzung trat 2005 in Kraft.

(Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, aus: Pufke (Hrsg.) 2016)

Quellen
  • Stadt Kempen: Liste der denkmalwerten und der erhaltenswerten Grabstätten und Grabsteine auf dem Alten Friedhof, 1998
  • Urkataster von 1825/26, Reg. Bez. Düsseldorf, Kreis Kempen, Bürgermeisterei Kempen, berichtigt bis 1869, Neukartierung und Berichtigung bis 1911 mit Ergänzungen

Literatur

Heesen, Hans-Günter (o.J.)
Vom Kirchhof zum Kirchplatz. Der Eigentumsstreit um den Kempener Kirchplatz als rechtsgeschichtliche Quelle. In: Quellen und Beiträge I, S. 49-64. o. O.
Neuheuser, Hanns Peter (1995)
Grundriss der Kempener Kirchengeschichte. Köln.

Denkmalbereich „Alter Friedhof an der Kerkener Straße“ in Kempen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kerkener Straße
Ort
47906 Kempen - Kempen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Denkmalbereich gem. § 5 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Übernahme aus externer Fachdatenbank, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1824

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„Denkmalbereich „Alter Friedhof an der Kerkener Straße“ in Kempen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/BODEON-29803-13062019-293793 (Abgerufen: 15. Juli 2020)
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