Siedlung Viktoriastraße und Wittener Straße im Stadtteil Castrop

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Castrop-Rauxel
Kreis(e): Recklinghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Erschließung der ehemaligen Wiesenflächen südlich des historischen Ortskerns von Castrop gehörte zu einer der ersten Maßnahmen der Stadtentwicklung. Die, im Volksmund als „altes Schloss“ oder „Burg“ bezeichnete, bauliche Anlage des sogenannten „Reichshofes“ mit Nebengebäuden „ging um 1900 mit dem umgebenden Gelände in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks-Actiengesellschaft über, der auch die Zeche Erin gehörte. Nachdem schon der ehemalige Wiesengrund durch die Viktoriastraße durchquert und diese mit einer Anzahl schöner Häuser bebaut worden war“, ließ der neue Eigentümer im Zuge dieser Maßnahme alle Gebäude mitsamt der alten Mühle 1905 niederlegen und den Teich einebnen„ [SCHRÖDER, 1913; Seite 15]. An der Viktoriastraße (siehe hierzu auch dieAbbildung der Übersichtskarte) errichtete die Gewerkschaft der Zeche Erin gegenüber dem “Reichshof„ die ersten Mehrfamilienhäuser als zweigeschossige Doppelhäuser nach einem einheitlichen Plan. Sie wiederholen das Motiv von in die Fassade hineingestellten Risaliten mit einem Giebeldreieck - als einfacher Mittelrisalit oder als doppelte Eckrisaliten (Risalit = vor die Fassade gestellter Bauteil; der Verfasser).

Im Nordteil der Viktoriastraße ist ebenfalls eine Baugruppe im Stil des Historismus und Jugendstils entstanden. Diese Bürgerhäuser weisen repräsentative Schmuckformen und erhaltene interessante bauliche Details auf.

Bei einem aus dieser Gebäudegruppe, dem Haus Viktoriastrasse 6, handelt es sich um das ehemalige Haus von 1913 für den damaligen Bürgermeister Leonard Wyhnen. Der Entwurf geht auf den seinerzeitigen Architekten und Stadtbaumeister Peter Schmitz zurück, der später Stadtbaurat der Stadt Castrop-Rauxel wurde [DENKMALE, 2001; Seite 20]. Dieses herausragende Haus aus der Gebäudegruppe ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Castrop-Rauxel eingetragen. Die Haustüren dieser Bürgerhäuser sind im Stil ihrer Zeit erhalten und spiegeln insgesamt mit ihrer handwerklich-baulichen Fassung die Haltung der Bauherrschaften aus der zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts wider.

Ebenfalls sind im Verlauf der Wittener Straße etliche Bürgerhäuser in der Formensprache ihrer Zeit in geschlossener Bauweise oder als Villen in offener Bauweise entstanden. Die Lagegunst wurde später weiter südlich durch den Bau des Stadtgartens seit 1925 erheblich verbessert (siehe gesondertes Toponym). Wer wollte nicht zwischen dem Geschäftstreiben am Markt und der Nachbarschaft zu Parkanlagen nahezu im Grünen wohnen. Daran schloss sich das Viertel mit Doppelhäusern an der Glückaufstraße sowie mit Villen an der Straße “Am Stadtgarten„ an.

Literatur

Schröder, Carl (1913)
Beiträge zur Geschichte der Stadt Castrop. Dortmund.
Stadt Castrop-Rauxel (Hrsg.) (2001)
Denkmale in Castrop-Rauxel im Kontext der Geschichte ihres Stadtteils. Castrop-Rauxel.

Siedlung Viktoriastraße und Wittener Straße im Stadtteil Castrop

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1900
Koordinate WGS84
51° 32′ 47,58″ N, 7° 18′ 45,57″ O / 51.54655°, 7.31266°
Koordinate UTM
32U 383000.23 5711955.43
Koordinate Gauss/Krüger
2591099.9 5713269.01

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„Siedlung Viktoriastraße und Wittener Straße im Stadtteil Castrop”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-P363N504-20091021-0001 (Abgerufen: 21. Oktober 2017)
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