Siedlung Bladenhorster Straße im Stadtteil Castrop

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Castrop-Rauxel
Kreis(e): Recklinghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Siedlung Bladenhorster Straße Hausnummer 17 bis 21 schafft mit der heutigen Architektursprache ein hohes Maß an Gestalt- und Wohnqualität in Nachbarschaft zum neuen Erin-Park(siehe hierzu auch dieAbbildung der Übersichtskarte).

Die Wohnanlage liegt an der Bladenhorster Straße und ist am Standort des ehemaligen Schlachthofs entstanden. „Die Schlachthofanlage fand dann auf dem Grundstück des Hoteliers Fritz Busch hierselbst, in Behringhausen an der Bladenhorster Straße, seinen Platz“ und konnte 1896 seiner Bestimmung übergeben werden [SCHRÖDER, 1913; Seite 76]. Bereits 1899 wurde eine Kühlanlage errichtet, die mit Eisfabrikation und elektrischem Licht verbunden war. Notwendige Erweiterungen wurden darauf 1912 und 1954 geschaffen [ebenda; Seite 77 sowie ARCHIV BauO; Bauakte Schlachthof]. Aufgrund der zwischenzeitlichen Privatisierung des Schlachthofbetriebes und infolge der Konzentration an anderen zentralen Standorten war der Schlachthof Castrop überflüssig und wurde abgebrochen. Im Rahmen der „IBA 1990“ konnte für das Gelände 1994 ein Architekten-Wettbewerb „Rund um Erin“ ausgeschrieben werden. Aus diesem Verfahren ging der Entwurf der beiden Architekten Katte Töpper und Heinke Töpper, Bielefeld / Hamburg, als 1. Preis hervor und wurde zur weiteren Realisierung empfohlen. Das Wohnprojekt Bladenhorster Straße Hausnummer 17 bis 21 umfasst 114 Wohneinheiten, davon 28 Altenwohnungen [Architekten, 1995; Seite 400]. Die Wohnanlage setzt sich zusammen aus einer Zeilen-artigen, drei- bis viergeschossigen Bebauung auf zurückgesetzter Bauflucht an der Bladenhorster Straße. Von dort werden Kamm-artig nach Südwesten mehrere ebenfalls drei- bis viergeschossige, unterschiedlich lange, aber gleichartige Zeilen mit flach geneigten Sattel- und Pultdächern in die Tiefe des Grundstücks entwickelt. Die Gebäude nehmen in den Erdgeschossen ebenerdige Wohnungen auf, die unmittelbar von Wohnwegen aus erschlossen werden. Der Haustyp bietet verschiedene Wohnungsgrößen an und stapelt diese übereinander. Die Erreichbarkeit der oberen Geschosse erfolgt über Laubengänge, die seitlich, mittig oder auf den, der Sonne abgewandten Gebäude-„Rückseiten“ untereinander über Treppenanlagen verbunden sind. Diese machen den Bewohnern das Angebot, miteinander in Kontakt zu treten. Zur Südwest- bzw. Südostseite der Gebäude sind Freisitze oder Balkone angeordnet und bieten ein Höchstmaß an Wohnqualität.

Der ruhende Verkehr ist zum einen nach Nordosten an der Bladenhorster Straße ebenerdig, zum anderen in einer Tiefgarage unter den Gebäudezeilen untergebracht. Demzufolge hat sich ein beruhigtes, durchgrüntes Quartier erreichen lassen, das in den durchgrünten Freibereichen genügend Raum für Kinderspiel und Aufenthalt anbietet.

Die Gestaltung der Gebäude verwendet eine überschaubare Zahl von Materialien, Formen und Farben: Putz, Beton Stahl und Glas. Die Architektur bleibt dadurch zurückhaltend und entwickelt auf diese Weise in der Gruppe ihren eigenen Charakter.

Literatur

Diemer, Petra (1995)
Architekten in Nordrhein-Westfalen. Bauten und Projekte. Wiesbaden.
Schröder, Carl (1913)
Beiträge zur Geschichte der Stadt Castrop. Dortmund.
(o.J.)
Bauakten von Bauvorhaben. Castrop-Rauxel.

Siedlung Bladenhorster Straße im Stadtteil Castrop

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1996
Koordinate WGS84
51° 33′ 4,38″ N, 7° 18′ 2,48″ O / 51.55122°, 7.30069°
Koordinate UTM
32U 382182.4 5712493.78
Koordinate Gauss/Krüger
2590260.41 5713773.53

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„Siedlung Bladenhorster Straße im Stadtteil Castrop”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-P363N504-20090902-0003 (Abgerufen: 23. November 2017)
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