Bäuerliche Kulturlandschaft zwischen Obercastrop und Merklinde

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bochum, Castrop-Rauxel
Kreis(e): Bochum, Recklinghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die asymmetrische Talung „Wagenbruch“ ist mit steilen Osthängen und flachen Westhängen infolge eiszeitlicher Prozesse in Teilen mehr als 30 m tief in das Gelände eingeschnitten. Der Bachlauf ist im unteren Teil permanent wasserführend. Das Obertal ist als Trockental ausgebildet. Die geomorphologischen Kleinformen im Tal und den anschließenden Waldflächen sind markant und vielfältig: Siepen, Quellnischen und Mergelabgrabungen. In Teilbereichen ist der Bach reguliert.

Der Obercastroper Bach entspringt in der Siepenquelle und gehörte zusammen mit seinen seitlichen Zuflüssen zum Ursprung des Landwehrbaches, der nach Norden der Emscher zufließt. Im Wagenbruchwald zeugen Stamm-Einkerbungen mit Monogrammen von der Liebe mehrerer Generationen zu ihrer Landschaft. Der untere Talraum wird heute als Pferdeweide genutzt. Kopfweiden sind Reste der althergebrachten Nutzung. An der Grenze zur Besiedlung ist der Standort des Hauses Callenberg und seiner Gräfte.

Das angrenzende Ackerland ist gekennzeichnet durch ein tradiertes Wegenetz. Ein Weg ist noch heute sichtbar als Hohlweg eingeschnitten, während in den historischen Karten weitere Hohlwege auf das ehemalige Haus Callenberg zuführen. Die ehemaligen Fuhr- und Fahrwege sind in das Relief der Lösslehmlandschaft eingeschnitten. Sie sind Teile eines alten Wegenetzes, in ihrer Lage und Form gut erhalten und nicht oder kaum neuzeitlich überprägt. Der seitliche, dichte Bestand mit Sträuchern und Feldgehölzen verdeutlicht den Verlauf im Gelände. Die südliche Begrenzung des Bereichs bildet die alte Landwehr, welche sich als gliederndes Element in West-Ost-Richtung durch die Kulturlandschaft des Hellwegs zieht und eine historische Grenze nach Süden bildete.

Die Bauerschaft Obercastrop erstreckt sich im Norden über weite Flächen der Castroper Höhenplatte und bildet den heutigen Stadtteil. Trotz der starken Besiedung um 1900 infolge der Entwicklung des Bergbaus, der mit der Überformung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft einherging, sind vorwiegend entlang des Castroper Hellwegs zahlreiche Hofstandorte überkommen. Sie kennzeichnet die ursprüngliche bäuerliche Kulturlandschaft nach wie vor.

Der Blick nach Norden zur Zeche Erin verdeutlicht die ehemals enge räumliche Durchdringung von Landwirtschaft und Bergbau. Die Pflege der wertgebenden Elemente dieser bäuerlichen Kulturlandschaft sollte die Erhaltung der Hohlwege und die regelmäßige Pflege der Kopfweidenbestände einschließen.

Bäuerliche Kulturlandschaft zwischen Obercastrop und Merklinde

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1842
Koordinate WGS84
51° 31′ 49,92″ N, 7° 18′ 18,72″ O / 51.53053°, 7.3052°
Koordinate UTM
32U 382441.87 5710186.3
Koordinate Gauss/Krüger
2590614.38 5711477.89

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„Bäuerliche Kulturlandschaft zwischen Obercastrop und Merklinde”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-P363N410-20090625-0003 (Abgerufen: 19. November 2017)
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