Eisenhämmer in Egerpohl

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Wipperfürth
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
1776 erhielt Johann Reinshagen, der auch in Hämmern Hammerwerke betrieb, die Konzession zur Errichtung zweier Reckhämmer im Tal der Wipper, am Egerpohl. Vermutlich nutzte er bereits vorhandene Wasserkraftanlagen einer ehemaligen, bereits 1563 erwähnten „isere Hütte“, einer Eisenschmelzhütte mit wasserbetriebenem Gebläse und baute sie für seine Zwecke um. 1780 wurde Johann Reinshagen sowie Johann Wilhelm Weyer, Betreiber eines Osemund- sowie eines Reckhammers an der Lingese, eine weitere Konzession für einen (dritten?) Reckhammer erteilt. Um 1830 existierten nur noch zwei Raffinierstahlhämmer am Egerpohl. Ein Teilhaber der Hämmer ist Friedrich Wilhelm Wehner, Hammerbetreiber in Voßkuhle. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ die Nachfrage nach Raffinierstahl jedoch nach, sodass die Produktion sank und schließlich eingestellt wurde.

Später gründeten die Gebrüder Carl August und Eugen Buchholz die „Chemische Fabrik Egerpohl“, die 1905 an die Aktiengesellschaft für chemische Produkte in Berlin verkauft wurde. Die Topographische Karte 1:25.000 zeigt in den Blattschnitten dieses Zeitraumes 1903, dass erhebliche bauliche Maßnahmen durchgeführt wurden. Die kleinen Hammergebäude wurden durch einen langgestreckten Fabrikbau ersetzt.

Südlich verlief die Trasse der Eisenbahnlinie Wipperfürth - Lennep an der Fabrik entlang, die zudem mit einem Haltepunkt versehen wurde. Ab 1937 wurden an diesem Standort von einer Radevormwalder Firma unter anderem Kunstharze hergestellt. Bis heute ist eine gewerbliche Standortkontinuität gegeben, eventuell ist in den mittlerweile stark erweiterten Fabrikbauten historische Bausubstanz vorhanden.

Der 1400 m lange Obergraben, der zeitweise bis zu drei Reckhämmer antrieb, ist bis heute mit Sperrschütz erhalten.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Kahl, Erich (1992)
Die Wipperfürther Hammerwerke im 18. und 19. Jahrhundert. o. O.

Eisenhämmer in Egerpohl

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1776 bis 1800
Koordinate WGS84
51° 06′ 55,94″ N, 7° 26′ 47,59″ O / 51.11554°, 7.44655°
Koordinate UTM
32U 391269.01 5663821.03
Koordinate Gauss/Krüger
2601333.17 5665496.19

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„Eisenhämmer in Egerpohl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080409-0044 (Abgerufen: 20. Februar 2018)
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