Grubenfeld Hückeswagen I modo Torstenson

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Remscheid
Kreis(e): Remscheid
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Es handelt sich um ein Eisensteinvorkommen in dem „Dörpholz“ bei Hückeswagen.
Ein erstes Mutungsbegehren auf ein Eisensteinflöz in dem Feld, das unter dem Namen Hückeswagen I bekannt ist, beantragte wohl Carl Hartkopf aus Solingen, der in einer Verhandlung vom 29.9.1854 erwähnt wird und Protest gegen die Mutungsfeldgrenze der Louise Elisabeth Harkort einlegte. Diese hatte am 25.5.1854 ein Mutungsbegehren gestellt. Anscheinend einigte man sich und wie aus der Verleihungsurkunde vom 24.4.1858 an Frau Louise Elisabeth Harkort zu Harkorten hervorgeht, wurde am 8.5.1856 unter dem früheren in Torstenson umgeänderten Namen Hückeswagen I, (nochmals) vorschriftsmäßig durch den Obersteiger M. Schmitt, Generalbevollmächtigter der L.E.Harkort, gemutet und am 6.9.1856 ein Antrag auf Verleihung gestellt. Die Verhandlung fand am 14.12.1857 statt und die Bauwürdigkeit nachgewiesen.
Die Fundgrube zu 80 Lachter im Geviert und 1200 Maaßen, jede zu 14 Lachter im Geviert. Das Mutungsfeld hatte anfänglich einen Flächeninhalt von 241.600 Quadratlachter.

Aus dem Felderbesichtigungsprotokoll des Obersteigers M. Schmitt, Generalbevollmächtigter der L. E. Harkort, verhandelt in Hückeswagen den 14.12.1857, geht Auszugsweise folgendes hervor:
Der Fundpunkt des gemuteten Bergwerks Hückeswagen I, liegt im sogenannten Dörpholz, in der Gemeinde und Bürgermeisterei Hückeswagen, Regierungsbezirk Düsseldorf, im Geschworenenrevier Solingen, des Bergamtsbezirkes Siegen und wird durch eine Ost hora 5.0.7 streichende und 79 ½ Lachter lange Orientierungslinie festgelegt, welche von der Nordecke das dem Oeconomen Buchholz auf dem Hofe Dörpholz zugehörigen Wohnung aus gezogen ist.

An diesem Fundpunkte, in der Mitte der Fundgrube, wurde ein 2 Fuss mächtiges, mit 65 Grad Neigung nach Süden einfallendes Lager eines guten und bauwürdigen Braun-eisensteines vorgezeigt, welcher durchweg einen etwas tonigen Charakter hatte. Im Fallen und Streichen hatte man dieses Flötz auf einige Lachter Teufe und Länge weiter verfolgt, ohne dass sich in seinem verhalten irgendeine Veränderung gezeigt hätte, so dass daraus wohl auf ein gleichmäßiges Fortsetzen in die Teufe schließen kann.
Weiter heißt es in dem Protokoll: in den mit „b“ und „c“ bezeichneten Schürfen, in denen die Brauneisenstein-Knollen von meist toniger Natur auftraten, mit einem (Fe)Eisengehalt von 19 bis 30 und 32 %. Ähnlich, nur in geringer Anzahl, wurden nordöstlich vom Fundpunkte bei „e“ gefunden. Zu den beiden übrigen, mit den Buchstaben „d“und „g“ markierten Aufschlusspunkten, waren diese Knollen stellenweise etwas sandiger im ganzen aber doch immerhin noch gut und schmelzwürdig.

Das Grubenfeld Torstenson wurde kurz nach der Verleihung am 8.9.1858 an den Berg- und Hütten Aktien-Verein Neu-Schottland zu Horst bei Steele, verkauft. Da noch kein Abbau erfolgte, wurden weitere Befristungen (1860-62) erteilt. Am 1.10.1865 gab es ein erneutes Mutungsbegehren, am 3.10.1865 wird ein Erweiterungsantrag gestellt und mit Urkunde am 23.5.1866 bestätigt, wobei nun das Grubenfeld einen Flächeninhalt von 500000 Quadratlachter aufweist.
Der zur Erweiterung gezeichnete Situationsriss vom 23.5.1866 (hier nicht abgebildet) zeigt die Ausdehnung bis zur Gemeinde Radevormwald, dazu gekommen sind die Ortschaften Dürhagen, Karrenstein, Dörphammer, Hammersteinsöge. Das neue Feld hat eine Größe von : 646 x 400 = 258400 Quadratlachter.

Die Union Aktiengesellschaft für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie, zu Dortmund übernimmt per Kaufvertrag am 28.5.1872 die Grube Torstenson. Nach den 22 (14) Ersuchen vom 26.6.1890 und einer Gerichtsverhandlung vom 10.10.1890, wird am 16.2.1893 offiziell der Besitz (Objekt pro Zeche 100,-- Mark) im Grundbuch eingetragen. Später, am 9.12.1910 ist Eigentümer die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft zu Bochum, danach die Vereinigte Stahlwerke AG., Düsseldorf und ab 24.10.1953 die Barbara Erzbergbau AG., Siegen.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Berg, Siegfried (2007)
Heimischer Bergbau (nach einem bisher unveröffentlichten Manuskript von Wilhelm Blankertz (1942), überarbeitet und ergänzt von Siegfried Berg). (Sonderheft Leiw Heukeshoven. Bergischer Geschichtsverein, Abteilung Hückeswagen.) o. O.

Grubenfeld Hückeswagen I modo Torstenson

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1854 bis 1856
Koordinate WGS84
51° 10′ 34,38″ N, 7° 17′ 35,83″ O / 51.17622°, 7.29329°
Koordinate UTM
32U 380698.63 5670805.5
Koordinate Gauss/Krüger
2590483 5672046.09

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„Grubenfeld Hückeswagen I modo Torstenson”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080108-0012 (Abgerufen: 16. November 2018)
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