Steinbruch in Gogarten

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Marienheide
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 05′ 54,12″ N: 7° 30′ 31,95″ O / 51,09837°N: 7,50887°O
Koordinate UTM 32.395.592,16 m: 5.661.821,04 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.395.624,98 m: 5.663.645,61 m
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Datierung: ab 1842 bis 1926

Betreiber: erster Nachweis 1842, ab 1874 durch Pulverfabrikant Cramer & Buchholz, 1887 Bergisch Märkische Steinbruchindustrie, zwischenzeitlich Ed. Müller, Remscheid, 1913 Basalt AG Linz, Stilllegung 1926

Beschreibung: Der Bruch liegt im Wippertal, rund 2,5 km vor dem Ort Marienheide.
Einen ersten Nachweis eines Steinbruchs bei Gogarten gibt das Amtsblatt für den Regierungsbezirk Köln am 24.12.1842. Unter Punkt 483 werden die Lieferungen für den Bau der Born-Gummersbacher Straße öffentlich ausgeschrieben: „....aus den Brüchen Ohl, Gogarten, Eiberg, Sohl, Winterbeck...“
1874 wird ein moderner Steinbruchbetrieb durch den durch Pulverfabrikant Cramer & Buchholz eröffnet der bereits eine Dynamitfabrik in einem benachbarten Seitental betrieb. Praktischerweise konnte in den Brüchen das direkt nebenan hergestellte Dynamit verwendet werden. Ab 1887 beteiligt sich die Bergisch Märkische Steinbruchindustrie mit an dem Steinabbau. Zwischenzeitlich betreibt Ed. Müller aus Remscheid den Bruch bis 1913 die Basalt AG Linz den Abbau übernimmt. Bereits 1926 endet der Betrieb.
Bis zur Anlage der Wippertalbahn 1902, mussten die gefertigten Werk- und Pflastersteine mit Fuhrwerken zum 1877 eröffneten, rund 9 km talabwärts gelegenen Bahnhof Wipperfürth gefahren werden. Mit Verlängerung der Bahn nach Marienheide entstand dann direkt vor dem Bruch ein Haltepunkt mit eigenem Anschlussgleis für die Verladung. Eine Standseilbahn erschloss die oberen Sohlen. Der Steinbruch stellte damals einen der größten Betriebe der Umgebung dar. Am Haltepunkt Gogarten wurden 1902 insgesamt 15402 Tonnen Fracht in Form von Pflaster- und Werksteinen angegeben, im folgenden Jahr sogar 20389 Tonnen.
Bereits 1926 endete der Betrieb. Der lange brach liegende Bruch wurde seit 2003 als Deponie genutzt. Nach der kürzlich abgeschlossenen Verfüllung erfolgte eine Renaturierung des Geländes.
Der in mehreren Sohlen angelegte Abbau bildete vormals einen großen, zum Tal hin offenen Kessel mit 200 x 160 m Ausdehnung. Die Abbaustöße müssen dabei eine Gesamthöhe von bis zu 40 m Höhe erreicht haben. Den reichlich anfallenden Schutt deponierte man vor allem vor dem Bruch, in der Wippertalaue. Auf der Haldenfläche hat sich heute ein Gewerbebetrieb niedergelassen.
Die 1995 stillgelegte Eisenbahnlinie wurde anschließend zu einem Radweg umgewidmet. Von den Verladeanlagen ist nichts erhalten und außer einer Infotafel erinnert nichts mehr an einen der ersten industriellen Grauwackesteinbrüche im Oberbergischen Land.

Einzelbefunde: keine

Heutiger Zustand: Der Bruch ist vollständig verfüllt und mit einer Wiese renaturiert worden. Am Rande des Bruchs liegen, kleinere, mit Wald bestandene alte Halden aus der Zeit des Steinabbaus. Die Halde vor dem Bruch ist Gewerbestandort.


In dem großen Steinbruch östlich von Gogarten wurde 1874 im Zuge der Industrialisierung und der steigenden Nachfrage nach Baumaterial für Verkehrswege, Siedlungen und Fabrikgebäuden von der Firma Cramer und Buchholz Grauwacke abgebaut. Er ist erstmals auf der Preußischen Neuaufnahme von 1894 eingetragen. Seit 2003 wird er als Erddeponie genutzt und verfüllt, das genaue Datum der Einstellung des Abbaubetriebes ist unbekannt.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2014)

Internet
www.oberwipper.de: Geschichte von Marienheide (abgerufen am 09.03.2011)

Literatur

Voith, M. (1986)
Zur Geschichte der oberbergischen Grauwackeindustrie. In: Romerike Berge, 36, S. 2-11. o. O.

Steinbruch in Gogarten

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Wipperfürther Straße
Ort
51709 Marienheide - Gogarten
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1842, Ende nach 1926

Empfohlene Zitierweise

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„Steinbruch in Gogarten”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20070313-0002 (Abgerufen: 21. November 2019)
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