Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Emscherbruch Recklinghausen - Zeche Victor (KLB 14.20)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Castrop-Rauxel, Dortmund, Herne, Recklinghausen, Waltrop
Kreis(e): Dortmund, Herne, Recklinghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Bereich reicht vom Stadtrand Hernes bis an den Rand von Dortmund und liegt überwiegend auf dem Stadtgebiet von Castrop-Rauxel. Der von Wasserburgen begleitete Abschnitt der Emscher ist eine im gründerzeitlichen Boom umgestaltete Stadtlandschaft nördlich der Köln-Mindener-Eisenbahn und wird beherrscht durch die ehemals hier umgehenden Zechen Ickern, Victor, Hansemann, Teutoburgia, Friedrich der Große und umfasst auch Anlagen aus den Anfängen der Petrochemie.

Im Bereich des Emscherbruchs Recklinghausen befindet sich eine vorgeschichtliche Siedlungskammer mit Schwerpunkten während der Steinzeiten und der römischen Kaiserzeit.

Konstituierende Merkmale aus dem Bestand an Baudenkmälern sind das städtebauliche Umfeld von Horsthausen sowie die ab 1870 bedeutende Zeche Friedrich der Große.

In Recklinghausen sind die Ortsteile König Ludwig und Suderwich hervorzuheben, aber auch Elemente wie die ehemalige Zeche König Ludwig 1/2 aus den 1920er Jahren, die Lohnhalle und Verwaltung (1920), die Bergwerksdirektorenvilla, das Berginspektorenhaus, die Bergarbeitersiedlung, die Bergarbeitermietshäuser (1900-1918), die Bergarbeitersiedlung am Maybachhof (1915-1920), die Bergarbeitersiedlung Cheruskerstraße und die Bergbeamtensiedlung Suderwich (1920er Jahre), die Bergarbeitersiedlung Alte Kolonie (1901-1905), das Gemeindegasthaus Alte Kolonie (1895-1900), die Bergarbeitersiedlung Im Heidekämpchen (1920er Jahre) sowie die Zeche Teutoburgia.

Auf dem Gebiet der Stadt Castrop-Rauxel liegt das bedeutende Schloss Bladenhorst (16. Jahrhundert); das Haus Voerde (1761); die Zeche Ickern (ab 1908), die Bergarbeitersiedlung (1910-1918), ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager (1940er Jahre); der Ortskern des Stadtteils Ickern, die katholische Pfarrkirche (1922/23), die Schule aus den Jahren 1920-1925 sowie das Haus Henrichenburg aus dem Jahr 1787.

Ein wichtiges Bodendenkmal ist die ehemalige Burg Henrichenburg. Sie ist heute ein sehenswerter archäologischer Park, in dem die Spuren der Vergangenheit wieder ablesbar gestaltet wurden. Der Ortskern des Stadtteils Henrichenburg ist geprägt durch die katholische Pfarrkirche Alt-St. Lambertus (ab 13. Jahrhundert) und St. Lambertus (1889-1891). Bedeutend sind auch die Zeche Victor-Schacht 1 / 2 (1872-1887), die Kohlehydrierungsanlage aus dem Jahr 1934, die Arbeitersiedlungshäuser der Rütgerskolonie und -siedlung (1898/1922), die Bergarbeitersiedlung Victorstraße (bis 1913); die Zeche Victor-Schacht 3 / 4 (vor 1898), die Lagerhalle (Kalkammonsalpeterlager) (1950er/1960er Jahre) und die Bergarbeitersiedlung (ab 1911-1914).

Der ehemalige Zechenstandort Victor III / IV liegt an der Langen Straße im Stadtgebiet von Castrop-Rauxel, Kreis Recklinghausen. In diesem Bereich begann die Abteufung der Schachtanlagen 1893. Der Betrieb währte bis zur Stilllegung im Jahr 1973. Die Bergbaubrache als Sukzessionsbereich ist baumarm und wird vielfach mit einer Steppenlandschaft assoziiert. Sie wurde zu einem Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere und ist gleichzeitig ein bedeutendes Zeugnis der Bergbaugeschichte.

Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 03.11.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 78, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Emscherbruch Recklinghausen - Zeche Victor (KLB 14.20)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 34′ 59,97″ N, 7° 17′ 13,47″ O / 51.58333°, 7.28708°
Koordinate UTM
32U 381322.17 5716086.34
Koordinate Gauss/Krüger
2589253.22 5717328.92

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Emscherbruch Recklinghausen - Zeche Victor (KLB 14.20)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0083 (Abgerufen: 23. März 2017)
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