Erste Bahnhofsbauten
Der Bahnhof Düren wurde 1841 mit der Eröffnung der Strecke Köln-Aachen der privaten Bahngesellschaft „Rheinische Eisenbahn“ in Betrieb genommen. Da er in der Mitte zwischen dem Bahnhof Köln und dem Bahnhof Aachen lag, war er in der Anfangszeit der Strecke wichtig für den technischen Unterhalt der Bahnen. Aus diesem Grund wurde er von der „Rheinischen Eisenbahn“ als Bahnhof zweiter Klasse eingeordnet. Neben Düren wurde lediglich noch der deutsch/belgische Grenzbahnhof als Bahnhof zweiter Klasse eingeordnet.
Die Wiener Bauzeitung von 1842 beschreibt den Dürener Bahnhof wie folgt:
„Der bis jetzt einzige Stationsbahnhof zweiten Ranges ist Düren, da später mit der Vollendung der Bahn bis an die belgische Grenze dort noch ein ähnlicher errichtet wird. Der Bahnhof zu Düren verdankt den Rang, welchen er auf dieser Bahn einnimmt, nicht der Wichtigkeit des Ortes, sondern allein seiner Lage. Da er nämlich fast in der Mitte zwischen Köln und Aachen liegt, so werden hier die Lokomotiven gespeist und nachgesehen, eben so auch die Wagen visitirt, ob nirgends etwas zerbrochen ist. In Hinsicht auf den Transport der Güter und Personen ist er von untergeordnetem Range, da er nur zur Passagebeförderung dient.
Um diesen Forderungen zu entsprechen, befindet sich hier, wie die Zeichnung näher angibt, ein Hauptbureaugebäude A mit seinen verschiedenen Räumen, welches in seinem oberen Stocke die Wohnung des Bureubeamten hat, alsdann sind hier die Remisen für Personenwagen W und Lokomotive L, ferner das Wasserreservoir W“, in dessen oberer Etage die Wohnung des Bahninspektors sich befindet, und in dessen Hofraum das Kohlenmagazin; dieses Reservoir unterhält den Krahnen K„ der die von Aachen kommenden Lokomotiven speist, während der andere Krahnen K’, welcher von dem danebenliegenden Wasserreservior unterhalten wird, diejenigen Lokomotiven mit Wasser versieht, welche von Köln kommen. Bei den erhöhten Banketts vor dem Stazionshause findet man hier keine Hallen, die bei dem hier geringen Verkehr auch weniger vermißt werden.“
Auf die genaueren Abmessungen des Bahnhofes geht von Brühler in seinem Buch „Technische und administrative Bemerkungen über die Eisenbahnen des west- und nordwestlichen Deutschlands, Belgiens und des Elsaßes“ von 1846 näher ein:
Der Bahnhof zu Düren
Dieser Bahnhof liegt in gerader Linie und mit hoher Aufdämmung zwischen der Straße von Düren nach Jülich und dem Weg nach der Walkmühle oder dem Schießbach in dem Roerthal nördlich von der Stadt Düren. Er ist als eine Station II. Classe zu betrachten und enthält:
1. Das Stationsgebäude mit
a) der Lokalität für die Bagage,
b) das Bagagebureau,
c) Zimmer für den Portier,
d) die Wohnung für den Stationskontroleur; die eben angeführten Räume im Erdgeschoß.
Sodann in gleicher Höhe mit der Bahn
e) das Bureau für die Abfertigung der Passagiere,
f) einen Wartesaal für die I. und II. Classe der Reisenden,
g) einen Wartesaal für die III. Classe.
2. Eine Lokomotivremise mit 2 Gleisen und 2 Drehscheiben.
3. Den Wagenschuppen mit 3 Gleisen, 1 Drehscheibe und Schiebebrücke, beide in einer Front mit dem Stationsgebäude und durch Gallerie verbunden.
4) und 5) zwei Wasserstationen mit je einem Wasserkrahn an den Eingängen des Bahnhofes. In den dem oberen Stock des Gebäudes befindet sich die Wohnung des Bahn-Inspektors.
6) Ein Güterkran.
Vor dem Stationsgebäude befinden sich zwei erhöhte Einstiegsbühnen und vier Gleise. Der Bahnhof hat eine Länge von 264 Metern. Außer diesem auf dem Damm gelegenen Areal gehörten von dem umliegenden Terrain weitere Grundstücke zu dem Bereich des Bahnhofs, um Erweiterungen ohne weiteren Flächenankauf zu ermöglichen. Der Geschäftsbericht der „Rheinischen Eisenbahn“ zählt für Düren im Jahr 1858 einen Lokschuppen, eine Werkstatt, eine Wasserstation, einen Koksschuppen sowie einen Güterschuppen auf.
Bahnhofsneubau 1874
Die Eröffnung der Linie Düren-Jülich durch die „Bergisch-Märkische Eisenbahn“ führte den Neubau des Bahnhofgebäudes mit sich, aus dem ehemaligen Seitenbahnhof wurde ein Inselbahnhof. Am 15. April 1874 wurde das von der „Rheinischen Eisenbahn“ und der „Bergisch-Märkischen Eisenbahn“ gemeinsam errichtete und genutzte Bahnhofsgebäude eröffnet. Es ist in seiner damaligen Form noch erhalten und wird von einer deutlichen Symmetrie geprägt. Der Geschäftsbericht der „Märkischen Eisenbahn“ zählt für Düren im Jahr 1879 einen Lokschuppen, eine Werkstatt, eine Wasserstation sowie einen Koksschuppen auf.
Neues Betriebswerk 1933
1933 wurde nach drei Jahren Bauzeit ein neues, in den expressionistischen Formen der 1920er-Jahre gehaltenes Betriebswerk errichtet, die Anlagen wurden aber um 1989 abgebrochen.
(Fachhochschule Köln, 2014)
Internet
de.wikipedia.org: Bahnhof Düren (abgerufen: 05.06.2015)
www.gessen.de: Bahnhof Düren (abgerufen: 05.06.2015)