Römerkastell Alteburg bei Idstein-Heftrich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Idstein
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
  • Spuren des Römerkastells Alteburg und des Vicus bei Idstein-Heftrich im Rheingau-Taunus-Kreis im Messbild der Geomagnetik (2009–2012)

    Spuren des Römerkastells Alteburg und des Vicus bei Idstein-Heftrich im Rheingau-Taunus-Kreis im Messbild der Geomagnetik (2009–2012)

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Das Gelände des „Alteburger Marktes“ grenzt an drei römische Militärlager: Im Nordosten befinden sich zwei ältere Holz-Erde-Lager, im Südwesten das nach der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtete Steinkastell. Das 0,7 Hektar große Lager eines etwa 150 Mann starken Numerus wurde 1893 untersucht. Dabei entdeckte man neben den mit Türmen versehenen Toren auch das Stabsgebäude (Principia). Spuren des Lagerdorfs sind bekannt. Seit dem Bau einer Kapelle 1178 in der Ruine dienten die Mauern des Kastells als Steinbruch.

Das Kastell Alteburg
In diesem 0,7 Hektar großen Steinkastell (78 mal 93 Meter), das nach der Mitte des 2. Jahrhunderts errichtet wurde, war der Numerus Cattharensium stationiert. Es hatte einen rechteckigen Grundriss mit Ecktürmen und vermutlich drei Toranlagen und war von einem Graben umgeben. Von den Innenbauten sind die Verwaltungsräume (Principia) sowie Mannschaftsbaracken bekannt. Das Lagerdorf erstreckte sich südlich und östlich des Kastells, das Badegebäude befand sich möglicherweise im südöstlichen Bereich des Vicus. In diesem Bereich befindet sich vielleicht auch eine Militärziegelei; Hinweise darauf finden sich im geophysikalischen Messbild dieses Bereichs.

Zwei ältere Kastelle vom Ende des 1. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts befanden sich etwas höher gelegen in 330 Meter und 560 Meter Entfernung. Die Vorgängeranlagen besaßen eine Umwehrung aus Holz und Erde und waren von einem bzw. von zwei Gräben umgeben. Die Innenbebauung ist bei beiden Anlagen unbekannt. Die Anlagen wurden erst 1980 und 1989 durch die Luftbildarchäologie entdeckt.

Die einzige Ausgrabung im Kastell und Lagerdorf fand 1893 durch die Reichs-Limeskommission unter Louis Jacobi statt. Im Jahr 2010 führte das Landesamt für Denkmalpflege geophysikalische Untersuchungen durch, welche die Kenntnis des Kastellplatzes enorm verbessert haben.
Im 12. Jahrhundert entstand in den Ruinen von Steinkastell und Lagerdorf ein Kloster, dessen Kirche dem Heiligen Kilian geweiht war. Der sogenannte „Alteburger Markt“, der mehrfach im Jahr auf dem Marktplatz vor dem Haupttor des Steinkastells abgehalten wird, dürfte auf kirchliche Festtage zurückgehen, die dort abgehalten wurden. Das Areal des Steinkastells liegt in Wiesen. Die Reste des Lagerdorfes befinden sich zum Teil in Wiesen, in Äckern oder unter dem baumbestandenen Marktplatz. Die Reste der beiden Vorgängerkastelle liegen in Äckern. Die gesamte Umwehrung des Steinkastells ist noch als Erhöhung im Gelände zu erkennen, besonders deutlich im Osten und Süden. Auf der Ostseite ist der Graben noch flach zu sehen.

Anfahrt
Zum Kastellareal gelangt man über die L 3273 von den Idsteiner Stadtteilen Heftrich oder Lenzhahn aus. Das Marktareal, an dem man auch parken kann, liegt durch den alten Lindenbestand gut sichtbar an einer Kurve der Landstraße.

(Thomas Becker, hessenARCHÄOLOGIE, 2015)

Internet
www.heftrich-online.de: Informationen zur Geschichte des Platzes und des Marktes (abgerufen 18.08.2015)
deutsche-limeskommission.de: Das Kastell Alteburg-Heftrich auf der Seite der Deutschen Limeskommission (abgerufen 18.08.2015)

Literatur

Baatz, Dietwulf / Herrmann, Fritz-Rudolf (1989)
Die Römer in Hessen. S. 343-345 mit Abb. 285-288, Stuttgart.
Becker, Thomas (2014)
Das Kastell "Alteburg" bei Idstein-Heftrich. Führungsblatt zum UNESCO-Welterbe Limes im Gebiet der Stadt Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis. (Archäologische Denkmäler in Hessen 177.) Wiesbaden.
Jacobi, Louis (1904)
Das Kastell Alteburg-Heftrich. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. B, Nr. 9, Heidelberg.

Römerkastell Alteburg bei Idstein-Heftrich

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 9 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 100, Ende 260
Koordinate WGS84
50° 12′ 29,87″ N, 8° 19′ 58,97″ O / 50.2083°, 8.33305°
Koordinate UTM
32U 452408.5 5562003.3
Koordinate Gauss/Krüger
3452464.36 5563788.79

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„Römerkastell Alteburg bei Idstein-Heftrich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-135502-20150813-35 (Abgerufen: 16. August 2018)
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