Trockental „Schlade“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Schlade bedeutet „gerodetes Tal“.
Ursprünglich ist davon auszugehen, dass auch die Schlade von Wald bedeckt war. Doch aufgrund ihrer Oberflächenform eignete sie sich als eines der wenigen Bergischen Täler für die Landwirtschaft: ihre weiten, nur leicht geneigten Flächen und die muldenartige Ausbildung des Tals im oberen Bereich waren zur Schaffung von Ackerfläche gut geeignet, ganz im Gegensatz zu vielen übrigen Bereichen des Bergischen Landes, wo die Hangnei-gung zu strak ist, die Täler sich zu scharf in den Untergrund gegraben haben. Hier sind oft Wälder erhalten geblieben, da die Bewirtschaftung als Niederwald oder Mittelwald häufig die die einzige Nutzungsmöglichkeit darstellten. Die Schlade ist, wie das Igeler Tälchen, ein Trockental - kein Gewässer fließt an der Talsohle zu einem Vorfluter. Wie auch beim Igeler Tal, liegt die Ursache hierfür im Untergrund verborgen: das anstehende Kalkgestein hat Karstformationen ausgebildet. Im Bereich der Schlade sind vor allem die „Bücheler Schichten“, massige Kalkgesteine aus dem zentralen Bereich des devonischen Riffes, zu finden. Der Steinbruch „Am Kohlenbusch“ zeigt diese Schichten in einem Aufschluss. Durch Lösung des Kalkgesteins in Verwitterungsprozessen hat sich ein Geflecht unterirdischer Klüfte und Hohlräume ausgebildet, dass das schnell versickernde Oberflächenwasser abtransportiert.
Im Bereich der Schlade finden sich Karstphänomene jedoch nicht nur im Verborgenen. Auch typische Oberflächenformen wie Dolinen (trichterförmige Vertiefungen) sind zu finden. In diesen haben sich andere Sedimente abgelagert, so dass z.B. kleinräumige Vorkommen von Ton und Braunkohle entstanden.

(Anne Hentrich, LVR-Fachbereich Umwelt, 2011)

Literatur

Jux, Ulrich (1972)
Die Schlade – ein geologisches Forschungsgebiet von überörtlicher Bedeutung. (Arbeitsstudien des Landschaftsverbands Rheinland, Referat Landschaftspflege.) S. 27-46. Köln.
Jux, Ulrich / Strauch, Friedrich (1967)
Zum marinen Oligozän am Bergischen Höhenrand. In: Decheniana 118, 2, S. 125-133. o. O.
Sprunkel, Elke (2004)
Das Tal der Strunde in Bergisch Gladbach. Alte Industrie und neue Möglichkeiten. In: Köln und der Kölner Raum. Ein geographischer Exkursionsführer, (Kölner Geographische Arbeiten, Heft 82.) S. 229-235. Köln.
(1998)
GEOPfad Bergisch Gladbach. Bergisch Gladbach.

Trockental „Schlade“

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Koordinate WGS84
51° 00′ 15,35″ N, 7° 09′ 8,83″ O / 51.00426°, 7.15245°
Koordinate UTM
32U 370374.83 5651923.7
Koordinate Gauss/Krüger
2580934.27 5652753.63

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„Trockental „Schlade“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11952-20110607-2 (Abgerufen: 23. November 2017)
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