Rheinisches Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Gemeinde(n): Bendorf
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Das Rheinische Eisenkunstguss-Museum erstreckt sich, seit dem Jahr 2000, über zwei Etagen des Schlosses Sayn. Bereits während des Baus des Schlosses wurden gusseiserne Elemente verwendet, welche in der Sayner Hütte hergestellt wurden.

Das Museum zeigt heute eine breite Palette an Kunstwerken und Produkten der Sayner Hütte. Dies waren zum Beispiel filigrane Schmuckstücke, Statuen, Kreuze, reich verzierte Kochherde, Springbrunnen, Kanonen oder verschnörkelte Treppen für Kirchen und Schlösser. Auf Schloss Stolzenfels und auf Schloss Arenfels in Bad Hönningen finden sich Wendeltreppen aus der Sayner Hütte. Die in Sayn hergestellten gusseisernen Gartenmöbel wurden teils von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entworfen. In den Musterbüchern der Sayner Hütte kann man die Vielfalt der damals bestellbaren Produkte nachlesen. Durch das im Museum stehende Modell der Gießhalle der Sayner Hütte kann man die Architektur der Gießhalle von allen Seiten betrachten. Diese orientiert sich an der Form einer neugotischen Basilika.

Neben den zu besichtigenden Endprodukten der Sayner Hütte gewährt das Museum ebenso einen Einblick in die einzelnen Arbeitsschritte des Eisenkunstgusses. Man erfährt, dass gusseiserne Produkte in Sand oder Wachs vorgeformt wurden, um anschließend mit Eisen ausgegossen zu werden. Des weiteren erfährt mehr über den Bergbau, die Industrialisierung und das Leben der damaligen Bevölkerung in Sayn. Hierzu gehört nicht nur die Art wie die Arbeiter ihre Berufe ausübten, sondern auch was gegessen wurde, wie die Wohnverhältnisse der Menschen waren und wie das Familienleben vonstattenging. Die detailreich arrangierten Exponate zeigen zudem Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleidung, Fotografien, persönliche Briefe und andere Erinnerungsstücke aus vergangenen Zeiten und verschiedenen Einkommensschichten.

Ausgehend vom Rheinischen Eisenkunstguss Museum gelangt man im östlichen Teil des Schlosses in die Schlosskapelle.

Das „Schloss Sayn“ (Denkmalzone in der Abteistraße 1) und die „historische Gießhalle“ (Denkmalzone „Sayner Hütte“, In der Saynerhütte) sind als Kulturdenkmäler des Kreises Mayen-Koblenz nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG) ausgewiesen (Verzeichnis der Kulturdenkmäler des Kreis Mayen-Koblenz 2015, S. 12-13).

(Karolina Paus, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quellen
Gespräche und freundliche Hinweise von Mitarbeitern des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums, Schloss Sayn.

Internet
www.freundeskreis-saynerhuette.de: Freundeskreis Sayner Hütte e.V. (abgerufen 22.03.2015)
www.sayn.de/kulturpark-sayn: Kulturpark Sayn (abgerufen 21.03.2015)
www.sayn.de/schloss-sayn/museum: Rheinisches Eisenkunstguss Museum (abgerufen 21.03.2015)

Literatur

Engelhardt, Heiderose (2006)
Schloss und Burg Sayn. (DKV-Kunstführer Nr. 637.) München.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Mayen-Koblenz (Denkmalverzeichnis Kreis Mayen-Koblenz, 13. Februar 2015). Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de - Mayen-Koblenz, abgerufen am 24.03.2015

Rheinisches Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 2000
Koordinate WGS84
50° 26′ 18,4″ N, 7° 34′ 38,75″ O / 50.43845°, 7.57743°
Koordinate UTM
32U 398980.76 5588347.87
Koordinate Gauss/Krüger
3399015.43 5590143.45

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„Rheinisches Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117842-20150311-6 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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