Hof (Landwirtschaft) „Schulte-Rauxel“, Riepbergstraße 98

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Castrop-Rauxel
Kreis(e): Recklinghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Rieperbergstr. 98, Bauernhof Schulte Rauxel (Wirtschafts- und Produktionsgebäude, technische Vorrichtung, Brennereigebäude, Verwaltungsgebäude, Kesselhaus, Kornbrennerei, Kuhstall, Hof)bez. 1840, Brennereien bez. 1848 und 1877, und um 1900Große dreiflügelige Anlage von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden östlich des Ortsteiles in Freilage.Bauernhaus, bez. 1840Langgestrecktes, zweigeschossiges Ziegelgebäude auf Werksteinsockel, unter mit Pfannen gedecktem Krüppelwalmdach. Sandsteinfassungen an Fenster und Türen. Eingangstür an der südlichen Traufseite, darüber Inschriftplatte mit Bauherrennamen und -jahr. An der nördlichen Traufseite repräsentativ gestalteter Hauseingang mit portikusähnlicher Sandsteinvorlage in neoklassizistischen Formen der 1920er. Ehemaliger Wirtschaftsteil mit zweiflügeligen Rundbogentor auf der westlichen Giebelseite. Am Wohnteil auf der östlichen Giebelseite hölzerner Verandaanbau von 1895 - 1900. Im Inneren des Wohnteils alte Strukturen erhalten, u.a. Fliesen im Eingangsbereich. Gebäude den jeweiligen gehobenen Wohnvorstellungen der Bewohner stets schonend seit 1840 angepasst.Abgesehen vom sonstigen alten Baumbestand bemerkenswerter Hofesbaum auf der südöstlichen Traufseite.BrennereigebäudeAngeblich der zweite in Rauxel errichtete Gewerbebetrieb, 1848, weit vor Beginn von Bergbau und chemischer Industrie, eingerichtet, heute Betrieb eingestellt..Kornbrennerei, von 1848Traufenständiges, zweigeschossiges Backsteingebäude unter mit Pfannen gedecktem Satteldach. Die hofseitige Fassade durch Lisenen in sechs Achsen geteilt. Zwischen den Lisenen, unterhalb der Traufe, ein einfaches Backsteinzierband. Große Fensteröffnungen mit segmentbogigem Abschluß, Eisensprossenfenster. Im rechten Teil vorkragendes, die Traufe durchstoßendes Dachhäuschen mit Sackaufzug. Zur Hofseite einfache Eingangstür aus Holz mit geteiltem Oberlicht. Ein weiterer Eingang in der linken Giebelseite. In der Fassade zahlreiche Bauspuren früherer Umbauten. Im Innern gußeiserne Stützen, Eisenträger und Kappendecken. Brennereitypisch der über zwei Etagen reichende Brennraum. Wichtig für die frühe Formfindung von Betriebsgebäuden.Links neben dem Gebäude aufgeständerter Wasserbehälter.Brennereigebäude, bez. 1877Rechtwinklig zum vorgenannten an der Stirnseite des Wirtschaftshofes. Später umgenutztes traufenständiges, zweigeschossiges Backsteingebäude unter mit Pfannen gedecktem Satteldach mit durchgehender Schleppgaube. Die hofseitige Fassade durch einfaches, Backsteinzierband unterhalb der Traufe horizontal gegliedert. Fensteröffnungen mit segmentbogigem Abschluß. Im Obergeschoss noch zwei Eisensprossenfenster mit hölzernen Blendläden. In der rechten Gebäudehälfte zweiflügeliges Holztor mit gesprosstem Oberlicht. Links davon Holztür mit geteiltem Oberlicht. Längs der Hofseite vorgelagerte Rampe.Verwaltungsgebäude, 1950erSchmales, zweigeschossiges Verwaltungsgebäude aus Backstein als Verbindung zwischen Bauernhaus und ehem. Brennereigebäude.Kesselhaus mit Kamin, vermutlich 1870erRückwärtig an das ehem. Brennereigebäude und in den Hang gebaut, mit flach geneigtem und mit Pappe gedecktem Dach, Oberlichtaufsatz. Im Innern ein Kessel aus den 1950ern, an seiner Backsteinummantelung bez. „Siller & Jamart, Spezialfabrik für Großwasserraumkessel, gegr. 1867, Wuppertal-Barmen“.Freistehender Backsteinkamin mit achteckigem Schaft auf quadratischem Sockel. In späterer Zeit verlängert. Mit dem Kessel über einen Fuchs verbunden.KuhstallIm Anschluss an die Brennerei von 1848. Reines Betriebsgebäude landwirtschaftlicher Veredelungsindustrie. Traufenständiges, eingeschossiges Backsteingebäude unter mit Pfannen gedecktem Satteldach, jüngere Gauben. Hofseitige Fassade mit Lisenen, segmentbogige Fensteröffnungen, jetzt mit Glasbausteinen, teils auch neue Fenster. Im Inneren umgebaut.Ziegelei und Nebengebäude, um 1900Die Hoffläche östlich und südlich begrenzende Ziegelgebäude mit Segmentbogenfenstern.WirtschaftshofWeiträumig, mit alter Pflasterung und Einfriedung zur Zufahrt.Baudenkmal wegen seiner hohen Bedeutung für die Stadt und insbesondere den Ortsteil. Wegen des ab 1840 erfolgten Wandels vom historisch wichtigen, hierhin verlegten Schultenhof zum Agrarbetrieb bedeutend für die Region (Versorgung der vielen zugezogenen Menschen). Architektur tradiert soziale Bedeutung und Stellung des Hofes.

Hof (Landwirtschaft) „Schulte-Rauxel“, Riepbergstraße 98

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Historischer Zeitraum
Beginn 1840
Koordinate WGS84
51° 33′ 24,56″ N, 7° 19′ 42,88″ O / 51.55682°, 7.32858°
Koordinate UTM
32U 384130.03 5713072.44
Koordinate Gauss/Krüger
2592183.3 5714431.8

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„Hof (Landwirtschaft) „Schulte-Rauxel“, Riepbergstraße 98”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/LWL-KLARA-061594 (Abgerufen: 19. Oktober 2017)
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