Ehemalige Sandgrube am Heybergshof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Xanten
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Sandgrube Heybergshof liegt am Südrand der Birtener Heide. Dieser Bereich leitet vom Südrand der Niederrheinischen Höhen zur Mittleren Niederrheinebene über. Die Grube liegt auf einer Höhe von 30 bis 35 Meter über NN und hat eine Fläche von ca. 2,5 Hektar.
Sie entstand in den 1970er Jahren. Während der Abbau fortschritt, wurde entlang der nördlichen und westlichen Grenze jeweils eine Steilwand geschaffen. Nach Süden hin lief die Abbaugrenze im abfallenden Hang etwa auf dem stehenden Gelände aus.
1981/82 war der gesamte Bereich weitestgehend baum- und strauchfrei, doch schon bei der letzten Überarbeitung des Biotopkatasters der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) im Jahr 1992 waren Gebüsche entstanden.

Die Fläche ist Teil des Landschaftsschutzgebietes „Offenland zwischen der Hees und Fürstenberg“, Festsetzungsnummer 2.4.3 L 16 des Landschaftsplanes für den Raum Sonsbeck / Xanten und beinhaltet Biotoptypen nach § 62 des Bundesnaturschutzgesetzes (BnatSchG).

Im Biotopkataster der LÖBF wird die Grube unter der Nummer BK 4304-044 („Sandgrube Scholten bei Birten“) geführt. Sie wird als von lokaler Bedeutung bei mäßiger Beeinträchtigung bewertet, als Schutzziel ist die Erhalt und Optimierung einer Sandabgrabung als Sekundärlebensraum für viele, z.T. gefährdete Tierarten (z.B. Uferschwalbenkolonie) formuliert.
Im Landschaftsplan Sonsbeck/Xanten wird die „Sandabgrabung südwestlich von Birten am Heybergshof“ als Biotop mit der Notwendigkeit zur Pflege aufgeführt. Ziel der Pflege ist die Erhaltung offener Bereiche und der Steilböschungen. Bewirtschaftung, Düngung und Kalkung schließt die Festsetzung im Landschaftsplan aus.

Im Sommer 1995 wurde an der Abgrabung die Goldwespe Chrysis immaculata nachgewiesen, in dem Jahre ein Neufund für Nordrhein-Westfalen, sowie die solitären Faltenwespen Allodynerus rossi, Odynerus melanocephalus, die Grabwespen Nysson dimidiatus, Oxybelus quatuordecimnotatus, die Bienenarten Andrena bimaculata, Nomada femoralis, Nomada zonata und als weitere Hautflügler Gasteruption pedemontanum und Helorus anomalipes (Freundt / Illmer 2003). Diese Funde verdeutlichen den hohen Wert des Standortes u.a. für anspruchsvolle Vertreter der Insektenwelt. Im darauf folgenden Winter 1995 wurde die Steilwand der Grube als Biotoppflegemaßnahme frisch angeschnitten.

Im Herbst 2006 / Frühjahr 2007 erfolgten durch die Biologische Station im Kreis Wesel folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen im Südteil der Sandabgrabung:
  • Freistellen der Grubenböschungen sowie erneutes Abstechen der Böschungswände
  • Rückschnitt von Büschen und Gehölzen
  • Anlage eines Kleingewässers
  • Abplaggen eutrophierter Bereiche: durch den Schattenwurf der südlich stehenden Gehölze werden nährstoffreiche Bereiche deutlich gefördert (bessere Feuchtigkeitsversorgung). Um die Entwicklung starker Stauden- und Strauchvegetation zu bremsen, wurden sie teilweise abgetragen.
  • Abzäunung der Steilwand
Im August 2010 konnten noch mehrere Zauneidechsen nachgewiesen werden, deren Lebensraum jedoch aufgrund zunehmender Verbuschung droht, zu schwinden. Im Jahr 2015 sollen daher wiederum Pflegemaßnahmen an der Grube getätigt werden.

(Biologische Station im Kreis Wesel e.V., 2014. Erstellt im Zuge des Projektes „Kulturlandschaft am Niederrhein“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt)

Internet
www.naturschutzinformationen-nrw.de: Schutzwürdige Biotope in NRW (abgerufen 10.10.2014)

Literatur

Freundt, Renate / Illmer, Jürgen (2003)
Einige bemerkenswerte Funde von Hautflüglern (Hymenoptera) im Kreis Wesel / Niederrhein. In: BembiX - Rundbrief für alle Freunde der akuleaten Hymenopteren 17 (Arbeitsgemeinschaft Ostwestfälisch-Lippischer Entomologen), S. 8-13. Bielefeld. Online verfügbar: http://www.bembix.de/index.php/de/bembix-print?download=17:bembix-17, abgerufen am 06.10.2014

Ehemalige Sandgrube am Heybergshof

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1970
Koordinate WGS84
51° 37′ 44,63″ N, 6° 27′ 56,76″ O / 51.62907°, 6.46577°
Koordinate UTM
32U 324602.31 5722825.12
Koordinate Gauss/Krüger
2532294.67 5721734.87

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„Ehemalige Sandgrube am Heybergshof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-104885-20141006-5 (Abgerufen: 4. Dezember 2016)
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