Burganlage Haus Stein in Haarzopf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Haus Stein, östlich von Haarzopf am Steinbach gelegen, wird urkundlich erstmalig 1360 erwähnt, als Dienstmannenlehen der Abtei Werden. Die erste Belehnung, die bekannt ist, erfolgte an den Ritter Heinrich von Luttelnau, der von der gleichnamigen Wasserburg an der Ruhr (dem so genannten Kattenturm) bekannt ist.

Nach 1674 wird die Burg instand gesetzt und ausgebaut, überliefert sind ein neues Backhaus mit Brauhaus sowie eine Kapelle. In dieser sind auch Mitglieder der auf Haus Stein sitzenden Familie bestattet. Um 1784 soll Haus Stein neu errichtet worden sein. 1795 wird die Anlage beschrieben: Das Haupthaus hat zwei neu angebaute Flügel sowie einen umgebenden Wassergraben mit Zugbrücke; die Fläche innerhalb des Grabens soll 0,58 Hektar messen. Im Vorhof befinden sich die Kapelle, Scheunen, Stallungen, Gärten, Fischteiche, eine Meierei und das Brauhaus mit Backhaus.
Bis in die 1830 Jahre werden große Teile dieser Anlage wieder abgerissen, bestehen blieb das Haus Birkmannsweg 35. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wird das Haus erneut umgebaut, die steinerne Fassade wird verputzt, ein Anbau wird entfernt, eine Scheune neu gebaut. Letztere ist heute nicht mehr erhalten.
Heute ist Haus Stein ein Gebäude von 15,5 Metern auf 8 Metern Grundfläche, der nordwestlichen Langseite ist ein Kellergewölbe von 5 Metern auf 4 Metern vorgelagert.

Archäologische Untersuchungen 1999
Im Jahre 1999 fanden archäologische Untersuchungen im Vorfeld geplanten Baumaßnahmen statt. In den Untersuchungsschnitten konnten zahlreiche Befunde der Umbauphasen ab 1820 nachgewiesen und mit den historischen Quellen und Plänen in Übereinstimmung gebracht werden. Darüber hinaus fanden sich jedoch auch ältere Mauern, die bis in die Frühe Neuzeit (15./16. Jahrhundert) zurückreichen.

Haus Stein ist eingetragenes Bau- und Bodendenkmal (Denkmalliste Essen, BauD laufende Nr. 36, BoD laufende Nr. 27, LVR-ABR E 67).

(LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2012)

Internet
gdi.essen.de: Stadt Essen, Geo-Informationssystem (abgerufen 04.04.2012)

Literatur

Brand, Cordula / Krause, Guido / Schoenfelder, Uwe (2000)
Ausgrabungen an der ehemaligen spätmittelalterlichen Wasserburg Haus Stein. In: Archäologie im Rheinland 1999, S. 144-146. Köln, Bonn.
Brand, Cordula / Krause, Guido / Schönfelder, Uwe (2000)
Die Baubefunde der Ausgrabungen an »Haus Stein« in Essen Haarzopf. In: Essener Beiträge 112, S. 295-300. Essen.
Schmitz, Herbert (1959)
Aus der Geschichte des freiherrlichen Hauses Stein. In: Das Münster am Hellweg 12, S. 37-40. Essen.
Schröder, Inge (1965)
"Haus Stein" in Haarzopf. In: Essener Beiträge 81, S. 60-68. Essen.

Burganlage Haus Stein in Haarzopf

Schlagwörter
Ort
Essen - Haarzopf
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal und ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 1360
Koordinate WGS84
51° 24′ 52,5″ N, 6° 57′ 58,29″ O / 51.41458°, 6.96619°
Koordinate UTM
32U 358570.6 5697892.24
Koordinate Gauss/Krüger
2567260.56 5698212.8

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„Burganlage Haus Stein in Haarzopf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-CW-20091230-0024 (Abgerufen: 14. Dezember 2018)
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